Es ist verrückt.

Ich habe vor 2 Wochen einen Youtube-Kanal aufgemacht. Erst mal habe ich nur daran »herum designed«. Ein Logo ausdenken, ein Banner flicken. So Zeug. Dann habe ich sehr lange überlegt, was ich als allererstes sagen soll und dabei »Matilda« von alt-J gehört und eine Brille getragen. Das solltet ihr jetzt auch tun, dann kommt die ganze Stimmung viel besser. Tja. Genau. Ich wollte was erzählen. Und was passiert, wenn man was erzählen will? Genau. Gar nichts.

Das ist wie immer mit dem Gehirn, es verhält sich eben wie ein Arschloch. Du willst lernen? Dein Hirn hat Bock auf Unterhaltung. Du willst eine Frau beeindrucken? Deinem Hirn fallen nur flache Witze ein. Du willst abnehmen. Naja. Und mit Ideen ist es auch so. Ich will mir eine Idee einfallen lassen, und das Arschloch sagt: Leck mich.

Dann, wenn ich den ganzen Tag nachgedacht und nichts zustande gebracht habe, liege ich abends im Bett und weiß nicht, wo mein Notizbuch ist. Dann fallen mir die ganzen coolen Gedanken ein und ich sage mir: Ach ja. Dieser Gedanke ist so cool, neu und witzig, den kann ich gar nicht vergessen. Und wir wissen alle, was dann passiert. Abgefahren finde ich auch, dass sich meine Gedanken wie die Wellenfunktion unter Beobachtung verhalten. Wenn ich hinschaue, kollabieren sie. Einfach weg. Man muss extrem schnell sein. Wenn ich mich dann manchmal aufraffen kann und es eben sehr sehr schnell ins Handy spreche, dann kommen davon später auch ein paar meiner Gedanken auf Youtube an. Irgendwann, wenn sie gesäubert, sortiert und aufbereitet wurden. Und wie bei Essen schmeckt es nicht jedem. Und wie bei Essen denkt man sich: Oh Mann, dann iss es halt nicht. Oder: Du magst es? Danke! Also probiere ich das weiter.

Jetzt haben wir alle Vergleiche dazu durch, oder? Naja, bei dem was an repetitivem Nonsens auf Youtube läuft muss ich eigentlich keine Angst haben, dass es jemand merkt. Oder doch? Und wenn ja, will ich es denn überhaupt, das intelligente Publikum? Habe ich nicht viel mehr Angst davor? Hm…

Auf jeden Fall finde ich es sehr sehr verwunderlich, dass schon fast 50 Leute mein Gequatsche hören wollen. Erst mal bin ich da ja allein. Ich habe nicht mal einen coolen Menschen zum Interviewen (hätte ich aber gern. Also schreib mir, wenn du mitmachen willst). Nicht mal eine Katze ist dabei (auch die hätte ich gern, aber mir fehlt der Platz). Und trotzdem scheint es Menschen zu unterhalten. Was ich daran bemerkenswert finde ist vor allem diese Pluralität unserer Gesellschaft, die das zeigt. Trotz des ganzen Mainstreams, trotz all der Sachen, die mich stören und von denen ich mir immer einbilde, nicht betroffen zu sein, trotz all dessen gibt es Leute, die in meiner Niesche sitzen. Das ist spannend.

Hier ist mein neuestes Video. Aus dem Wald bei München.

Bis bald!

Bildungsfrei und stolz drauf – das nicht wirklich neue Selbstbewusstsein der Gewöhnlichkeit

Ein paar Bücher aus meinem Bücherregal

Mein liebes Facebook. Ach ja. Warum genau werde ich das Gefühl nicht los, dass man ständig sein Gehirn verstecken muss? (Weil’s so ist?) Ja… Bloß nichts Kombellidsiertes formulieren. Sonst fühlt sich der Consumer Mob angegriffen. Bildungsbürger ist ja mittlerweile ein böses Wort. Bildung = böse. Bürger = böse. Letzteres, weil es sein könnte, dass man mehr als 1000 Euro im Monat verdient und damit ein reiches Arschloch ist. Ersteres, weil ungebildete Menschen zwischen gehobener Sprache und Arroganz offenbar nicht differenzieren können.

Ich möchte dazu sagen, dass ich durchaus in der Lage bin, beides simultan umzusetzen: Arroganz und bessere Sprache. Auf einmal. Das Endgame sozusagen.

Viel arroganter als ein bisschen mit harmloser Textkritik im Internet hausieren zu gehen (ja, das mache ich, wenn ich Lust dazu habe), finde ich aber die umgekehrte Version der Geschichte. Ich nenne das von unten herauf. Es pöbelt, es beschwert sich, es hat keine Argumente. Das graue Ding, diese Masse, die eigentlich bloß ein Gefühl kennt: Unmut. Unmut ist auch so ein Wort. Hat eigentlich irgendjemand je bis drei gezählt, bevor er diesem angeblich so belastenden Unmut Luft gemacht hat?

(continued “Bildungsfrei und stolz drauf – das nicht wirklich neue Selbstbewusstsein der Gewöhnlichkeit”)

Die einen reden drüber, die anderen machen’s

Nein, ich rede nicht von Sex. Jedenfalls nicht in erster Ordnung. Ich meine Emanzipation. Gerade habe ich im Internet ein bisschen Zeit verschwendet. Ich sehe mir ein sehr schlechtes Lied über weibliche Geschlechtsteile an und finde es schlecht. Das sage ich dann auch. – Hm. – Kommentieren ist halt nicht immer so ne geile Idee, wa?

Aber ich kommentiere Dinge auch meistens nicht, weil ich was Wichtiges zu sagen habe, sondern weil mir grad was einfällt, dass in erster Linie erst mal mich selber belustigt. Zum Beispiel, wenn ich wieder so ein AfD-Anhänger-Post lese. Erstens ist das in sich schon komisch (meistens reicht die Rechtschreibung), und dann kann ich auch noch was Lustiges dazu schreiben (zum Beispiel, wo in einem Relativsatz das Komma hinkommt).

Das Ding ist, dass manche Leute (zum Beispiel Leute, die dumm genug sind, eine Partei zu wählen, die die Erderwärmung nicht kapiert) das dann wieder nicht lustig finden und sich stundenlang aufregen. Aufregen… yeah.

Ich rege mich auch manchmal auf, ganz selten. Na, jedenfalls sage ich manchmal dann auch meine Meinung zu irgendwas und das hält natürlich Andere nicht davon ab, diesen einzigartigen Einfall auf weniger lustige und weniger freundliche Art zu kopieren. Vielleicht liegt es auch daran, dass manche Menschen grundsätzlich mehr Angriffsfläche bieten. Wenn man ohne Facebook schon mit 1000 Dingen des täglichen Lebens ein gigantisches Problem hat (oder einfach in Geschichte nicht aufgepasst hat), dann ist das eine gute Basis für einen langen, breiten Fettnäpfchenparcours. Augen zu und… Bingo.

Ein sehr geiles Aufregerthema für Leute, die offensichtlich zu viele Gedanken an Fettnäpfe verschwenden, ist ja auch Mann vs. Frau. Schööön… not. Da kann man in alle Richtungen ausholen und – jetzt einen Tollpatsch in Bomberjacke vorstellen – um sich schlagen.

Männer… Frauen… Ja. Einerseits diese mangelnde soziale Fairness, mit der Frauen seit Jahrhun… nein, seit Jahrtausenden konfrontiert werden. Und dann die permanente Ausbeutung. Die Kindersache (man muss welche kriegen, und sich dann aber allein drum kümmern, während der Alte sich auf der Arbeit vergnügt). Oder das Gehalt… – Kurz: Ist nicht eigentlich alles beschissener, wenn man eine Frau ist? (continued “Die einen reden drüber, die anderen machen’s”)

Last Minute Adventskalender / Papierhäuschen

adventsdorf-nah1Keine Zeit zu lesen? Schäm dich. Das pdf ist weiter unten. Nur noch 1x klicken, dann ist Weihnachten.

Passend zum Datum ein DIY. Habe heute spontan entschieden, es müssen noch Adventshäuser her. Ich will keine kleinen Säcke an Wäscheklammern in die Wohnung hängen oder irgendwelche »liebevoll« gemachten kleinen Geschänkpäckchen in einen Setzkasten (welchen ich nicht besitze) setzen, die nach 1x angucken hässlich aussehen. Hier: ein super einfaches geometrisches Konstrukt. Ein Haus.

Du musst es nur 24x ausschneiden, Zahlen drauf schreiben oder was weiß ich, einen Kreis ausdrucken mit Zahl drin, schön grafisch und so. Am besten geht es mit Packpapier. Darauf einfach den Schnitt mit Klebestift aufkleben, kurz trocknen lassen. Ausschneiden. Dann sind die Häuser hinreichend stabil. Oben mit Cuttermesser ein Stück ausschneiden, um das Dach zusammenzustecken (siehe Foto). Die Unterseite klebst du am besten mit Washi-Tape oder einem anderen Papierklebeband auf den Boden. Ansonsten bietet sich flüssiger Bastelkleber an.

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(continued “Last Minute Adventskalender / Papierhäuschen”)

Munich weekly restaurant check – Café Ignaz

The (hopefully to be) weekly restaurant check (# 3)

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The human is a creature of habit. Once you truly arrive somewhere you start going to your favorite place, eating your favorite food and wearing comfortable jeans while doing so. Is that #boring or just just nice and bequem? I don’t know. But I have experienced this fact first-hand each time I settled in a new location. When I came to Erlangen, Nuremberg, Cologne, even in Berlin, where I was week-wise, visiting/living with friends. And now that I’ve come to Munich… well.

I must admit, I’ve never been a huge fan of Munich. I have spent few holidays in Bavaria as a kid, visited Munich occasionally and kept it in mind as “the city of expensive shit” to be honest. Maybe “the city of too many pedestrians” in second place. But… now that I am here I want to the make the best of it. Really, I try to unpaint the blackness I’ve perceived as a part of my ‘radical honesty’ lifestyle for a while now (not really following a definition, but I like the term). I am trying to make it less black and more gray (baby steps, people, baby steps, okay?).

Therefore, I think it’s best to break my routine. And, as I implied, I always create one wherever I go. Once the quarter I live in is charted, I go to the same places over and over again. In Cologne that was Kaffeebud, a really nice café in Ehrenfeld. In Berlin it was ‘Wohnzimmer’ (it’s crowded but wasn’t that crowded 10 years ago, also they serve awesome breakfast, hipsters or not).

In Munich, I started going to the places in “Universitätsviertel” (University quarter) and I mostly fed on curry and rice from Orange Box. Nothing wrong with that so far but then I thought… one year has about 50 weekends. What if I could manage to check out 50 new places each year? I am now at 3 of 50. Here’s the place I checked out on Nov, 26:

Café Ignaz und Tochter

A woman I asked for directions on my way there told me “Everyone here knows this café.” Café Ignaz is on the corner of Georgenstraße to Isabellastraße in Schwabing. It’s a quarter with many historical apartment buildings but also a lot of shops and cafés. If you go there don’t make the mistake of thinking “Oh, this street doesn’t look as if there’s gonna be much more…”. If you’re walking the streets of Schwabing, just try walking a little longer and there’ll be some other interesting place like 500m from where you just thought nothing else would come. It will unlikely end in a painful feet experience without a coffee. (continued “Munich weekly restaurant check – Café Ignaz”)

Keine Zeit! Keine Zeit!

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Erwachsenenleben: Wie man zu der Sache wird, die man eigentlich nicht mag und dann wieder man selbst.

Seit ich tatsächlich die Stundenzahl arbeiten muss, für die ich bezahlt werde und nicht wie an der Uni entweder das Dreifache oder ein Drittel davon, habe ich alle möglichen Zivilisationskrankheiten entwickelt.

Angefangen hat es mit dem Essen. Früher (bei dem 10-Stunden-Job, für den ich 2 Stunden was tun musste) habe ich mir noch jeden Tag ein Brot geschmiert. Dann habe ich in der Mensa gegessen. Und jetzt vergesse ich entweder ganz zu essen oder tue es in der S-Bahn, bei einem Pizza-Laden oder einer Asia-Bude (die Pausen sind nie so lang, dass man 30 Minuten Mensazeit hätte, doof, aber is halt so).

Ich packe den Laptop in den Rucksack, wo kein Platz mehr für einen Regenschirm ist und hoffe, dass es nicht regnet. Es regnet nicht, irgendwann komme ich nach Hause und dann freue ich mich auf mein Evening-Express-Paket von Amazon Prime, fuck yeah! Ich online-konsumiere natürlich keine Lebensmittel, das wäre ja der Totalniedergang. Aber ich kenne mittlerweile Leute, die das tun (in München sind alle soo furchtbar beschäftigt). Einer hat sich sogar einen Kasten Wasser nach Hause bestellt. »Kasten« steht für in Plastik eingeschweißte Plastikflaschen mit Plastikdeckel, gefüllt mit plastikhaltigem Wasser oder so… Am besten aus einem Tupperbecher trinken dann… (continued “Keine Zeit! Keine Zeit!”)

Mode: Die schwarze, billige Leggings und ich

Ich wurde von einigen Leuten subtil gefragt, ob ich nicht »modebloggen« will. Vmtl. weil man als Physiker so dafür prädestiniert ist, sich gut anzuziehen. Naja – warum eigentlich nicht? Es soll auch BWLer geben, die rechnen können.

Leggings Modeblog
Das sind ein paar Leggins mit 2 Beinen drin. Leggings sehen an einer schier unendlichen Zahl deutscher Einwohner unvorteilhaft aus. Du musst sie nur eng genug kaufen. Aber für Yoga sind sie toll, weil, naja, weil sie eben eine dehnbare Sache sind, ne?

Hier ist zunächst ein stark mit dem Handyprogramm »Afterlight« nachbearbeitetes Foto von mir. Darauf bin ich in einer Umkleidekabine im H&M in München. Gibt ja sehr viele H&Ms hier. Das ist der am Marienplatz. – Ich weiß auch nie so wirklich, in welchen der Münchner H&Ms ich gehen soll. Aber der eine – so ein Eckhaus, auch in der Kaufdingerstraße – ist so eine Art Hipster&M. Er ist knallebunt, glitzert, dann wieder doch sooo schlicht… Die Farben der Gleichgültigkeit: gold, dunkelgrün, schwarz. Man kann dort für jede beliebige Figur unpassend aussehende »Skater-Röcke« kaufen. Oder auch Weihnachtssweatshirts von gestern, die nicht mal verzweifelte Serien-Amerikaner anziehen würden, auch wenn sie von im Plot vorgesehenen Schwiegermüttern wären. Seit ich da einmal drin war, mache ich jedenfalls einen Bogen darum. Die Leute in dem Laden sind auch alle noch in der Schule und das fängt gerade an, komisch für mich zu werden. Bin ja jetzt in dem Alter, wo schon alle geworfen haben und dann auch so Steppwesten und Wolfskin-Jacken tragen. Und ich hab mich neulich erwischt, wie ich das Wort »Halbschuh« benutzt habe. Dabei weiß ich nicht mal richtig, was das ist…

Aber, zum Foto, wa? Ich trage eine schwarze Leggings von H&M, was man nicht weiter beschreiben muss, aber ich tu es trotzdem. Ich trage solche Leggings übrigens sehr gerne zum Yoga und zum Schlafen. Überall sonst sehen die nämlich peinlich aus. Wenn ich 13-Jährige mit Leggings-ohne-was sehe, denke ich immer kurz drüber nach, was ich zu meinem Kind sagen würde, wenn ich mit 19 nicht so gut verhütet hätte… »Ey, so gehst du nicht raus, Paloma! Und bring bitte Dinkelmehl mit!« (continued “Mode: Die schwarze, billige Leggings und ich”)

Samstag ist Tütentag

Samstag ist Tütentag - Plastiktüten sind scheiße... ja... aber Papiertüten sind auch Müll. Besser: Gar keine Tüten.

Ich schaffe es nur noch sehr selten, gedankenlos zu konsumieren. Einfach durch die Innenstadt schlendern und irgendwelches Zeug kaufen. »Brauchen Sie ne Tüte für 20 Cent?« ist ein Satz, der bei mir eher eine innere Sinndebatte zum Wort »brauchen« als ein »Ja, danke!« auslöst. Ich gehe durch die Kaufinger Straße – wer sie nicht kennt: eine weitläufige, und doch stets überfüllte Münchener Einkaufsmeile, in der es von Urban Outfitters bis gebratene Maroni alles gibt. Mein Freund braucht Socken. Ich konnte ihn noch nicht bis zu fair produzierter lavendelfarbener Biosocke runterdiskutieren, deshalb lassen wir die Frage nach der Herkunft dieses Stückchens 9-Euro-Männerfreiheit. Ich warte vor dem Laden, den wir nur unliebevoll Kunda nennen und suche verzweifelt fotografiewürdige Motive. Das Wetter ist gut aber die Leute sind unfotogen. Viele fette Deusche, einige verschleierte Damen in tiefschwarz, einige Kinder, einige Omas, der grauharige Trinker, der jeden anpöbelt, der ihm nicht zurück »Guten Tag« sagt… Was man halt so sieht, wenn man in der Kaufingerstraße stehen bleibt und guckt. Und irgendwie hat jeder n-te eine Tüte in der Hand. – Ist das immer noch nicht abgeschafft? Selbst wenn die Tüten was kosten, stört das offenbar niemanden. Der Scheiß muss ja irgendwie geschleppt werden. Menschlich, sicher… (continued “Samstag ist Tütentag”)

Gespenster

Halloween? 3 Kleine Gespenster stehen vor meiner Tür und wollen Süßigkeiten

Ich öffne die Social Media Seite meiner Wahl und sehe überall Kürbisse und Spinnweben und die Social Media Seite selbst wünscht mir ein Happy Halloween. Danke-äh. Auch nach mehreren Jahren der Wiedereindeutschung von Hell-on-wheels(?!) hab ich mich nicht dran gewöhnt, dass es diesen Tag für Menschen gibt. Haben wir es den wandernden Fernseh-Toten zu verdanken oder einfach der Kommerzialisierung von nun ja… allem? Keine Ahnung, aber irgendwie scheint ja für viele Leute das Bedürfnis nach einem weiteren Fest, bei dem man – auf für das restliche Jahr unnütze Weise – Kohle verprassen und sich peinlich anziehen kann, real geworden zu sein. Ich ziehe dem ja Karneval vor. Das ist die erwachsene Version von Halloween. Für die Alten gibt es Feiern, Saufen, Zigaretten und ONS. Für die Kinder Kostümparty und Elfenstaub. Alles gut. Erwachsene können albern sein, Kinder einfach Kinder. Bei Halloween ist es mehr so: Alle sind kindisch, und wirklich gruselig ist das eh nicht… (Vergleiche Karneval und wenn du morgens in Köln vor 12 über die Straße gehst: Das ist gruselig, ok?) (continued “Gespenster”)

Ich kann die Wellengleichung in unter 2 Minuten herleiten. Google in unter 2 Sekunden. Wer erzeugt mehr CO2 – ich oder Google?

Ich produziere am Tag ca. 1 kg CO2. Das wären 0.7g pro Minute, oder 1.4g für 2 Minuten Rechnen. Google produziert pro Suchanfrage laut eigener Angabe 0.2g Kohlendioxid.

\left(\Delta -\frac1{c^2} {\partial_t}^2\right)\psi = 0

Traurig, dass ich schon sehr viel schlauer und schneller sein müsste, um bilanzmäßig gegen Google (noch dazu gegen Zahlen von vor Jahren) anzukommen. Noch trauriger ist aber, dass manche Menschen gar nicht googlen können (nein, wenn du bei Boolscher Operator nicht »Ja, kenn ich, klar.« denkst, dann kannst du nicht googlen). Und dass manche Leute Stunden mit Suchen zubringen, ohne schnell und zielgerichtet was Sinnvolles zu finden… Wer was Sinnvolles finden will, muss nämlich auch wissen, was er sucht, und wie in etwa das Richtige aussehen soll. Aber wenn ich gelegentlich meinen vernetzten »Ich guck das schnell nach«-Mitmenschen über die Schulter google, dann scheint es weiter als »Der Schauspieler aus Leon, der Profi hieß…« nicht zu reichen.

(continued “Ich kann die Wellengleichung in unter 2 Minuten herleiten. Google in unter 2 Sekunden. Wer erzeugt mehr CO2 – ich oder Google?”)