Woher kommt die Kraft, all die Dinge zu tun?

Manchmal frage ich mich, woher die “Energie” kommt, all die vielen spannenden Sachen zu machen. Immer etwas Neues zu wollen. Melanie verreist jedes halbe Jahr in ein neues Land, Lisa näht für ihre zwei Kinder jede Woche ein neues Kleidungsstück. Und dann studieren die auch noch und sind immer gut drauf. Was machen die? Viel Kaffee und einfach nicht stehen bleiben. sagt Lisa, ja voll blumig. Stirnrunzeln von mir dazu. (Optimismus und blinde Lebensfreude sind mir suspekt.) (continued “Woher kommt die Kraft, all die Dinge zu tun?”)

Ein Salat, voll spannend

Gestern hatten wir Hunger und keine Ahnung, wie man Salat macht. Deshalb habe ich dann im Internet das Wort »Salat« gegooglet. Ich habe sicherheitshalber noch »Brigitte« eingegeben, um idiotensichere, Mittdreißiger-freundliche Schmeck-Varianten zu bekommen. Insgeheim hoffte ich trotzdem irgendwie auf eine Salat-Extremistenseite mit einer endlosen Vielfalt an Dressings. Extreme Dressing sozusagen. Wie Extreme Couponing, nur mit Salat und es kostet mehr als man spart.

Ich fand dann u.a. dieses Kinder- und Schmähmäuler-ungeeignete »Genießerinnen«-Rezept. Bin wohl keine Genießerin, Leber ist nicht meins. Klingt irgendwie so nach Leben. Daran möchte ich beim Fleischessen jetzt ja bitte nicht erinnert werden. Ist schon eklig genug, das Ganze zu zerschnippeln, dann so die Faszien abbasteln, paar Äderchen und das ganze Geschlunze. Ich wette, Food-Blogger lieben das. Die zupfen dann an den sterblichen Viech-Resten rum und machen »Mmmmmh!«. Am besten noch ein Foto vom Schnitzel auf dem Küchenbrett. So malerisch, wie es da liegt und nach Fleisch aussieht. Einfach nur schön.

(continued “Ein Salat, voll spannend”)

Bettgeschichten

Ikea scheint mir ja manchmal die letzte Bastion der Möbelsuche, wenn’s drum geht, was Bezahlbares, das nicht komplett scheiße aussieht zu kaufen. Leider ist »nicht komplett scheiße« dann aber meistens auch nicht »genau das, was ich gesucht habe«, nur billiger. (Du bist vorgewarnt: Dies ist ein sarkastischer Laberartikel über die Suche nach dem perfekten Bett.)

Bevor man zu Ikea geht, versucht man natürlich diesen Schritt der Verzweiflung eine Weile hinauszuzögern. Erst sucht man nach einem abgerockten Individualdings. Das gibt es natürlich nicht in bezahlbar, sondern nur zu Hipsterpreisen. Dann sucht man nach dem einen günstigen Designermöbel. Seelenlos, aber doch ganz schön. Und wenn man kapiert hat, dass es das auch nicht gibt, fängt man an, Kompromisse zu googlen. In meinem Fall bin ich sogar auf das Niveau des dänischen Bettenlagers gesunken. Überlebensgroßer Holzbaukasten für grobmotorische erwachsene Kinder, deren Geschmack noch nicht voll entwickelt ist. Danke.

Die Hipster-Betten finde ich dabei besonders genial. Eine Planke Bauholz kostet keine 2 Euro. Trotzdem gibt es Menschen, die es schaffen, aus 4 solchen Planken 380 Ocken zu machen. Dann nennen sie das »Upcycling« und hören sich furchtbar nachhaltig an. Klar. Umweltliebe hat seinen Preis, man will ja auch keine Massenware. Kann man sich jedenfalls einreden. – Aber ich bin nicht verzweifelt genug, um diesen hochstilisierten Bauschutt zu kaufen. Um die Ecke gibt es ein Bauholzlager und ein Tag schleifen und bohren kostet mich inklusive Verpflegung und Nerven keine 380 Euro (ich habe Werkzeug, bitches!). Eine halbe Stunde einölen schenke ich mir selbst dazu. Aber selbst, wenn ich das Material und die Muße nicht hätte: Ich will so etwas einfach nicht kaufen. Ich finde, »Upcycling« ist nicht »billigen Schrott aufhübschen und zu Tankstellenpreisen an Individualismus-Junkies verscherbeln«, Upcycling muss man schon selber machen. Günstig, einfach, und tatsächlich aus Dingen, die sonst in den Müll gewandert wären. Aber die fließbandmäßige Zweckentfremdung randomisierter Baumaterialien ist kein Upcycling. Das ist der gleiche Nepp wie sämtliche andere Massenprodukte, nur in geringerer Auflage. Dann kann man auch gleich sein Ikea-Bett anders anmalen. Oder nach dem nächstbesten »Shabby-Tutorial« total authentisch boho-style Möbel auf abgeranzt »gestalten«. Die Idiotie dieser ganzen Sache ist ja fast schon an ihrer Sprache ablesbar… (continued “Bettgeschichten”)

5 Minuten Ikea Futon Hack

Aus komischem TARVA Kopfteil-Bett mach super-schlichtes Futon-Bett.

Du willst ein schlichtes, billiges Bett und hast keine Lust auf viel Selbermachen? Hier ist der absolute Idioten-Hack, mit dem du aus deinem Ikea TARVA-Bett ein einfaches »keep it simple« Teil machst.

IKEA Bett Tarva
Kein Platz? Nicht schon wieder ein Kopfteil? Ikea-Hacking für Faule.

Werkzeug

  • Bastel-Handsäge (glaubt mir, reicht vollkommen, meistens haben solche kleinen Dinger, wie man sie aus dem Baumarkt kennt, aber ein Metall-Sägeblatt, darauf solltet ihr achten)
  • ggf. Holzsägeblatt dazu (sägt besser als deine schrottige Rohrsäge, wirklich)
  • Bleistift + Lineal (oder Brett)
  • Schleifpapier grob & Standard-Schleifkissen 2-seitig in fein (wegen des Schaumstoffs besser für Kurven als ein Schleifblock, alternativ und plastikfrei kann man einen alten Lappen nehmen und feines Schleifpapier darum wickeln)
  • Schleifblock (Kork) oder irgendein übriggebliebenes kurzes flaches Kantholz für scharfe/gerade Kantenschliffe (s.u.)

Das IKEA Bett "Tarva" ist eigentlich auch so schon ein ganz schlichtes Modell. Es hat ein einfaches Kopfteil aus flachen Holzstreben. Wenn das auch noch weg ist, hat man echt ein superschlichtes Bett. Der Vorteil ist, dass die Bettkasten-Konstruktion echt stabil ist. Kein Knacken & Knistern & verwindungssteif. Deshalb ist es eigentlich eine ganz praktische Idee, dieses Bett so umzumodeln, wenn man ein noch schlichteres Teil will...
Das IKEA Bett “Tarva” ist eigentlich auch so schon ein ganz schlichtes Modell. Es hat ein einfaches Kopfteil aus flachen Holzstreben. Wenn das auch noch weg ist, hat man echt ein superschlichtes Bett. Der Vorteil ist, dass die Bettkasten-Konstruktion echt stabil ist. Kein Knacken & Knistern & verwindungssteif. Deshalb ist es eigentlich eine ganz praktische Idee, dieses Bett so umzumodeln, wenn man ein noch schlichteres Teil will…



Der eigentliche Bett Hack

Dauert ca. 5-10 min:

  • lange Kanthölzer für Kopfteil zwischen die zwei kurzen Kanthölzer vom Bett-Ende legen (zur Orientierung, wo später abgesägt wird)
  • Lineal nehmen & rundherum anzeichnen auf den zu langen Brettern
    • Beim Anzeichnen solltest du drauf achten, etwas höher als die eigentliche Höhe der Kanthölzer (Beine des Bettes) zu malen, ca. 1-2 mm, da beim Sägen ca. 1mm verlorengeht (muss aber auch nicht so genau sein, da die Ikea-Fertigungstoleranzen auch so groß sind)
  • gleichmäßig absägen
  • Mit dem groben Schleifpapier (60er oder 80er Körnung) Sägespuren entfernen und Oberfläche begradigen
  • Mit dem Feinen Kissen nacharbeiten
  • Kanten 45° mit dem Schleifblock anschleifen, um die eckige Optik der anderen Bettpfosten zu bekommen (Vorsicht, geht schnell bei dem weichen Billigholz!) und nachglätten mit Kissen. Am Schluss sollte es aussehen wie auf dem untigen Bild:
Zuschneiden und Bearbeiten der Bettpfosten für den "Futon Hack": Wenn du sauber gearbeitet hast, sehen die Teile am Schluss ununterscheidbar aus. Ist nicht so schwer, versprochen ;)
Zuschneiden und Bearbeiten der Bettpfosten für den “Futon Hack”: Wenn du sauber gearbeitet hast, sehen die Teile am Schluss ununterscheidbar aus. Ist nicht so schwer, versprochen 😉

Aufbau

Dauert 1-3h:

  • Holzteile vom Kopfteil in den Keller bringen.
  • Bett zusammenbauen ab Schritt 5
Ikea Tarva Futon Hack: Nachdem die beiden Bettpfosten gekürzt sind, sollte es so aussehen. 2 fast identische Teile für Kopf und Fuß des Bettes. Nur oben ist ein kleines Loch im Holz, dass man später mit Holzfüller zumachen kann. Ansonsten kann man alles wie gewohnt zusammenbauen & freuen.
Nachdem die beiden Bettpfosten gekürzt sind, sollte es so aussehen. 2 fast identische Teile für Kopf und Fuß des Bettes. Nur oben ist ein kleines Loch im Holz, dass man später mit Holzfüller zumachen kann. Ansonsten kann man alles wie gewohnt zusammenbauen & freuen.
  • Ggf. Holzdübel mit Holzleim beträufeln beim Aufbau.
  • Zusammenschrauben
  • Loch (für Mittelbalken vom Kopfteil) am Kopfende mit Holzauffüller zumachen
  • ggf. anmalen, fertig.
Fertiges Ikea Futon-Bett (Tarva Hack) - In 5 min kann man aus dem IKEA Tarva Holzbett ein ganz schlichtes und einfaches Futon-Bett ohne Kopfteil machen. Wenn man sauber arbeitet, ist der Hack nicht zu erkennen ;) In diesem kleinen Tutorial steht alles, was du brauchst. Viel Spaß!
Ikea TARVA Holz-Bett ohne Kopfteil: Wenn du alles richtig zusammengebaut hast, könnte es am Ende so aussehen 🙂

Hier noch ein Pinterest-Einbindebild.

Super easy 5 min IKEA Tarva futon bed hack @undelisch Pinterest Image
Super easy 5 min IKEA Tarva futon bed hack @undelisch

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Von Pass-Selfies und Montagen

Ich brauche einen Reisepass. Und Kaffee. Und was, womit man Postboten verprügeln kann. Sagte ich schon, dass ich einen Kaffee brauche? Nein nein, diese Dinge sind nicht assoziiert. Oder doch? Wie dem auch sei… Ich glaube, Montag ist kein guter Tag für Behördengänge. Niemand, der an Sonntagen frei hat, mag Montage. Die Montagsweltverschwörung zieht sich durch die ganze Stadt und daran kann auch der wunderbare Beginn dieses Montags nichts ändern. Es hätte alles so schön werden können. Denn: Es regnete nicht.

(Äh ja, das war schon alles, mehr verlange ich nicht von einem Montag.) Aber es ging nicht lange gut… Ich fahre zur Uni. Der Postbote auch. Er fährt mich (komplett wach, leider) fast um, rast über den Parkplatz, um seine Briefe (sicher Botschaften direkt aus der Hölle) in den Posteingang eines Instituts zu schmeißen (<- doch, ja). Tür auf, Briefe zielsicher und mit beeindruckender Lieblosigkeit in Drahtkorb werfen, raus, Tür zu, weiterrasen. Ich halte vorm nächsten Gebäude, in das ich zu einem Termin hinein muss (zumindest denke ich das zu dem Zeitpunkt noch). Der Postbote fragt mich »Willst du die mitnehmen?« Er deutet mit herausforderndem, teuflischem Grinsen auf einen Schwung dicker Höllen-Briefe in seiner Hand. Das sind die Momente, in denen ich sonst einfach gar nichts sage. (continued “Von Pass-Selfies und Montagen”)

Mein lieber Herr!

Freut mich, dass Sie’s gelesen haben. Ich weiß jetzt auch nicht, was ich dazu sagen soll. War schon komisch, wie Sie heute einfach nichts mehr gesagt haben statt wie sonst, naja… Ich glaube Ihnen schon, dass Sie es gut gemeint haben. Ich glaube aber auch nicht, dass Sie jetzt deswegen schlaflose Nächte haben werden. Trotzdem hat’s mich schon ein bisschen gefreut, als ich es gemerkt habe. Wie haben Sie den Artikel bloß gefunden? Haben Sie zu viel Freizeit oder so? Egal. Ich möchte Ihren Job auch nicht. Ich glaube, ich könnte das schon besser machen als Sie (also inhaltlich nicht, ist klar, wär aber auch ein absurder Vergleich), aber ich möchte nicht, wär mir zu anstrengend. Sie sollten übrigens aufhören, sich öffentlich über die Defizite aus vergangenen Zeiten auszulassen. Ich habe das gehört, und nicht nur ich, und es kommt nicht gut an. Sowas macht man nicht. Sie waren auch mal jung und unwissend. Dann geben Sie sich gefälligst mehr Mühe und ändern was. Für’s nächste Mal oder so. Aber hinterher rumjammern, während Ihre Kollegen alle weiter den gleichen Mist machen ist ja wohl ziemlich witzlos. Wie dem auch sei, ich finde es ja wirklich schön, dass Sie tatsächlich die Zeit gefunden haben, meine Meinung zu lesen. Entschuldigen Sie die vielen Rechtschreibfehler, ich schreibe immer einfach so drauf los, wie’s mir in den Sinn kommt. Ich hoffe, Sie haben ein nettes Wochenende ohne zu viel Arbeit. Ist nicht gut, am Wochenende zu arbeiten. Lesen Sie mal einen Roman oder so.

Übrigens finde ich lachsfarben absolut widerlich. Haben Sie das eigentlich ernst gemeint mit dem »Das ist hier einfach so.«? Oder finden Sie die Farbe insgeheim auch scheiße und wollten sich bloß nicht vor mir ärgern? Wenn Sie mir sagen wollen, dass Sie die Farbe genauso hassen wie ich, dann lassen Sie doch bitte nächstes Mal ganz unauffällig einen Stift fallen. Ich werde Ihnen dann genauso unauffällig zulächeln. Bleibt natürlich unter uns.

WC-Stein im Nebel

Ein total neutraler und gar nicht subjektiv gefärbter Baustellenreport

Das neue Chemikum steht dem Physikum in vollem Glanze und etwas extrem wirkender Höhe ja schon seit längerem gegenüber. Jedoch ist seit einer Weile eine gespenstige Ruhe eingekehrt auf dieser Baustelle. Um das Chemikum herum dreht die Welt sich weiter, nur die Bagger baggern jetzt woanders. Die baggern z.B. zig wunderbare hohe Nadelbäume um, die vor dem Studentenwohnheim stehen. Wäre man natürlich anders nicht ran gekommen, verständlich. Man hätte ja nicht eine Schneise schlagen können, das wäre zu viel verlangt. Da musste schon das komplette Waldstück weg, gibt ja eh zu viel Wald. Aber auch da ist es jetzt leise. Die Chemie-Baustelle steht alleine da und schweigt uns an. Baustille. (continued “WC-Stein im Nebel”)