Der Straßenköter hebt das Bein – Männer und Yoga

yoga

Vor einigen Jahren hatte ich einen Anflug von Motivation und kaufte mir ein lilafarbenes Yoga-Buch. Ich war schon immer ein Bewegungsspasti, deshalb vergaß ich es ganz zufällig nach 10 Seiten bei meiner Mutter. Ein halbes Jahr später kam ich sie besuchen und saß Katze-streichelnd auf dem Sofa, als sie hinter meinem Rücken eine Matte ausbreitete und anfing, für Frauen Mitte fünfzig respektabel akrobatische Dinge darauf zu machen. Trotz der unvergleichlichen Neugier eines 80-Jährigen flätzte ich mich irgendwann dazu, und versuchte, mich ebenfalls – ruhig atmend – künstlich zu verrenken. Es endete mit Muskelkater und dämlichem Gelächter. (continued “Der Straßenköter hebt das Bein – Männer und Yoga”)

Plastikfasten 2016 – Tag 14

So, damit die Aktion lebendig bleibt. Ein paar Plastikfrei-Denkanstöße zum Lebensmittel-Konsum.

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Schon mal …

  • … im Kühlregal nach plastikfreien Desserts gesucht? (Tipp: Rewe, Pfand-Joghurtgläser)
  • … einfach gar keine Brötchentüte genommen?
  • … wenn’s schnell gehen soll, einfach Konserven im Glas gekauft?
  • … (vegane) Brotaufstriche probiert? (ziemlich große Vielfalt, viel davon im Glas, Tipp: Alnatura)
  • … Stock-Piling probiert: z.B. Not-Knäckebrot (Tipp: Wasa, in der Papier-Packung zu haben)
  • … am Fress-Stand drum gebeten, auf zusätzliche Verpackung zu verzichten (z.B. Trennfolie Wurst)
  • … einen Coffee-To-Go Becher mitgebracht? (in einem Laden hier in München steht sogar eine Tafel “50 cent Rabatt, wenn du deinen eigenen Becher mitbringst”)?

Die Marken sind meiner Kauf-Erfahrung geschuldet und kamen mir nun mal als erstes in den Sinn. Sicher gibt’s auch andere Anbieter…

Die ewige Frühlingszwiebel

Ich weiß nicht, ob ihr Pinterest kennt. Eine Seite, auf der man viele Stunden verbringen kann. Man kann Pinnwände erstellen, fast wie im richtigen Leben. Du hängst dort allen Kram auf, der dir gerade einfällt. »Discover (, steal) and save creative ideas.« Manche Leute treiben das bis zu dem Punkt, an dem sie ihr Pinterest-Revier mit ihrem @Namen markieren, damit jeder weiß, dass sie und nur sie diesen genialen Pin »gefunden« haben. Ich hab die Seite eigentlich immer als lästig empfunden, weil man ständig bei der Google-Bildsuche auf Pinterest-Einträge stößt und dann dazu aufgefordert wird, dort mitzumachen. Sonst kommt ein fetter schwarzer Balken, der einen untersagt, weiter zu stöbern. Albern, aber funktioniert. Ich habe jetzt auch gefühlte 100 Walls und auf denen sammele ich allen möglichen Kram. Unter anderem Dinge, die ich irgendwann, in ferner Zukunft endlich einmal ausprobieren möchte. Hunderte DIY-Pläne, Tutorials und Ideen, Nähanleitungen, Garten-Bepflanzungsstrategien, Einrichtung und Weltverbesserer-Vorschläge. Meistens bleiben die Ideen auf der Ersatzbank des Lebens hinter Studieren, Arbeiten, Essen kochen zurück (ich gehöre übrigens noch zu denen, die keine einzige Fress-Wall haben). Aber manchmal klappt es auch. Zum Beispiel im Fall der immerwährenden Zwiebel. (continued “Die ewige Frühlingszwiebel”)

That kind of GIRL

Sie hat es geschafft, eine ganze Serie zur »Generation Kotze« zu produzieren, ohne Handlung, fast ausschließlich ohne Charme, ohne Chic, ohne Modelmaße und komplett ohne Hirn. Trotzdem finden es viele genial. Wo ist hier der feine, kaum ohne politisch unkorrekte Äußerungen beschreibbare Unterschied zwischen »außergewöhnlich scheiße« und »außergewöhnlich gut«? An dem Punkt, an dem GIRLS anknüpft, unterscheidet das Auge wohl nur noch nach Auffälligkeit. Man muss hinsehen, es funktioniert einfach. Aber ist das genial, oder nur ein bisschen eklig?

Jenseits der Medienwirksamkeit verstörender Bilder bin ich selbst an einem Abend maximaler Demotivation dazu gekommen, diese Serie auf den Schirm zu lassen. Bevor ich Serien ansehe, lese ich, was Andere dazu schreiben, und sehe den Trailer. Ne ganze Staffel kostet immerhin 9,99 (viel Geld in Geizstudi-Land). Aber hey, was tun, wenn man alles andere schon gesehen hat? (Bücher lesen, ich hätte es wissen müssen, aber ich war dumm. Und…) Ich mag Trash eigentlich. Also, naja, ich mag sympathischen Trash – kaputten Trash, intellektuellen Trash. Ich ahnte nicht: GIRLS ist einfach Trash Trash. Ich schwöre euch, die Show ist von vorne bis hinten einhundert Prozent stumpfsinnig. Man braucht keine Angst vor Tiefgang haben. Dabei ist sie aber auch extrem langweilig und garantiert nicht unterhaltsam. Ich denke, eine Staffel GIRLS anzusehen ist effektiv gleichwertig damit, seinen Kopf einige Minuten gegen eine Wand aus Beton zu hauen. Hinterher fühlt man sich matschig, und hat Kopfschmerzen. (continued “That kind of GIRL”)

Plastikfasten 2016 – Tag 1 (Aschermittwoch)

Der Mittwoch ist der Tag, an dem es losgehen soll. Ich wollte das Bild vom letzten Beitrag eigentlich so im Raum stehen lassen. Aber vielleicht ist es ja eine gute Idee, jeden Tag unter ein Motto zu stellen (vielleicht nicht jeden, ich werde nicht immer online sein). Und dann drüber zu schreiben. Einige von euch Lesern haben mich angeschrieben, ob ich das machen will. Ich weiß noch nicht, ob das so viel Sinn ergibt. Ich habe zur Zeit nicht mehr so viel neue Ideen, denn ich versuche ja generell in meinem Alltag auf Plastik zu verzichten. Das meiste fällt mir also schon gar nicht mehr auf. Aber gerade deshalb seid ihr eingeladen, von euren Versuchen (auch vom Scheitern) hier zu erzählen.

Plastikfasten 2016 - Tag 1 der Aktion. Einige Impressionen zum Plastikfrei leben und wie man unnötige Verpackung vermeiden kann.

In diesem Sinne ein paar Ideen zu Scheitern. Also dazu, wie man es besser machen kann, auch ohne totalen Verzicht. Denn ich kaufe auch nicht immer plastikfrei. Weil es gar nicht geht. Denkt mal an Klopapier, Spülmittel oder Lidschatten (wobei ganz teuren Öko-Lidschatten hab ich schon mal in Papier gesehen irgendwann!). Für solche Dinge habe ich teilweise sogar Lösungen probiert, und einfach nicht für praktikable Alternativen befunden. Ich möchte deshalb noch mal hervorheben: Es geht nicht um völligen Verzicht. Es geht darum, bewusster zu konsumieren!

D.h., dass man sich die Mühe macht, darüber nachzudenken, ob der Einkauf auch umweltfreundlicher gegangen wäre. Oder ob man nur 500m weiter laufen hätte müssen für ein unverpacktes Produkt. Und so weiter.

Deshalb hier noch mal ein paar einfache Ideen, wie man auch beim Scheitern Schadensbegrenzung praktizieren kann:

  • Wenn schon plastikverpackt, dann immer eine Großpackung nehmen (weniger Müll gemessen an der Produktmenge) Beispiel: Kaffee, Reinigungsprodukte, Müsli
  • Immer überlegen, ob es nicht doch eine Selbermach-Alternative gibt. Beispiel: Sandwiches und Salat zum Mitnehmen, fast alle Fertiggerichte – ich meine »Nudeln mit Pesto« sind genauso schnell gemacht wie »Maggi Fertiggericht deiner Wahl mit Tomaten-Äquivalent« aber plastikfrei!
  • Einkaufstasche dabei? Einkaufstasche groß genug? Kleine Faltbeutel gibt es an der Kasse bei Rossmann oder dm. [1]
  • Papier-Alternativen suchen. Papier ist besser recyclingfähig als Plastik. Unbedrucktes, ungebleichtes Papier ist grundsätzlich auch noch von der Ökobilanz besser (sonst nimmt es sich leider nicht viel). Der einzige Unterschied sind dann noch die Müll-Endprodukte. Und da schneidet Plastik immer schlechter ab, da diese in den wenigsten Fällen biologisch abbaubar ist.[2] Beispiel: Brötchentüte – im Kaufland und Rewe aus Plastik, beim Bäcker aus Papier!
  • Sinnvolle Verpackungen kaufen. D.h. z.B. wenn man Plastik kaufen »muss«, dann überlegen, ob es diese Verpackung auch so gibt, dass sie nicht sofort nach dem Auspacken zu Müll wird. Stichwort: Upcycling. Beispiel: Bedruckte Lebensmittelverpackungen durch unbedruckte ersetzen, die sehen besser aus und können noch mal als Vorratsdose benutzt werden. Joghurtbecher eignen sich auch gut für ein zweites Leben als Stecklingstopf.[3]
Anmerkungen

[1] Modischere lokale Alternative für Franken: Bedruckte Beutel von Gudrun Sjöden (Nürnberg) oder: Selber nähen!

[2] Und damit meine ich übrigens auch nicht in hocheffizienten industriellen Kompostanlagen abbaubar sondern verdammt noch mal draußen in der Natur (was auch deshalb ein Kritikpunkt ist, weil selbst Kompostverfahren und “bio-abbaubar” EU-Norm teilweise gar nicht zusammenpassen und ein Einhalten der Norm deshalb mit der tatsächlichen Verwertbarkeit nicht zwangsläufig etwas zu tun haben muss – für mehr Informationen dazu siehe hier)

[3] (Wobei ich sagen muss, dass ich seit Jahren keinen Joghurt im Becher mehr kaufe, weil es den ja im Pfandglas gibt).