Ich kann die Wellengleichung in unter 2 Minuten herleiten. Google in unter 2 Sekunden. Wer erzeugt mehr CO2 – ich oder Google?

Ich produziere am Tag ca. 1 kg CO2. Das wären 0.7g pro Minute, oder 1.4g für 2 Minuten Rechnen. Google produziert pro Suchanfrage laut eigener Angabe 0.2g Kohlendioxid.

\left(\Delta -\frac1{c^2} {\partial_t}^2\right)\psi = 0

Traurig, dass ich schon sehr viel schlauer und schneller sein müsste, um bilanzmäßig gegen Google (noch dazu gegen Zahlen von vor Jahren) anzukommen. Noch trauriger ist aber, dass manche Menschen gar nicht googlen können (nein, wenn du bei Boolscher Operator nicht »Ja, kenn ich, klar.« denkst, dann kannst du nicht googlen). Und dass manche Leute Stunden mit Suchen zubringen, ohne schnell und zielgerichtet was Sinnvolles zu finden… Wer was Sinnvolles finden will, muss nämlich auch wissen, was er sucht, und wie in etwa das Richtige aussehen soll. Aber wenn ich gelegentlich meinen vernetzten »Ich guck das schnell nach«-Mitmenschen über die Schulter google, dann scheint es weiter als »Der Schauspieler aus Leon, der Profi hieß…« nicht zu reichen.

(continued “Ich kann die Wellengleichung in unter 2 Minuten herleiten. Google in unter 2 Sekunden. Wer erzeugt mehr CO2 – ich oder Google?”)

WC-Stein im Nebel

Ein total neutraler und gar nicht subjektiv gefärbter Baustellenreport

Das neue Chemikum steht dem Physikum in vollem Glanze und etwas extrem wirkender Höhe ja schon seit längerem gegenüber. Jedoch ist seit einer Weile eine gespenstige Ruhe eingekehrt auf dieser Baustelle. Um das Chemikum herum dreht die Welt sich weiter, nur die Bagger baggern jetzt woanders. Die baggern z.B. zig wunderbare hohe Nadelbäume um, die vor dem Studentenwohnheim stehen. Wäre man natürlich anders nicht ran gekommen, verständlich. Man hätte ja nicht eine Schneise schlagen können, das wäre zu viel verlangt. Da musste schon das komplette Waldstück weg, gibt ja eh zu viel Wald. Aber auch da ist es jetzt leise. Die Chemie-Baustelle steht alleine da und schweigt uns an. Baustille. (continued “WC-Stein im Nebel”)

Ist doch alles trivial.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber es ist ein melancholisches Gefühl, die letzte Pflichtvorlesung zu besuchen. Durch und durch melancholisch. Da kann man schon mal sentimental werden… Natürlich kann man noch jede Menge freiwilliges Wissen in sich hineintrichtern, wenn man will. Aber ohne Zwang ist es ja nur halb so schön. Überhaupt habe ich mich in den einigen Jahren Uni daran gewöhnt, dass man sich abends fühlen muss, als wäre man vor dem Pferderennen auf der Koppel hingefallen und bis zum Ende dort liegengeblieben. Ohne Augenringe und Rückenschmerzen ist man doch einfach kein Mensch. Überhaupt ist ja alles viel zu einfach… (continued “Ist doch alles trivial.”)