Samstag ist Tütentag

Samstag ist Tütentag - Plastiktüten sind scheiße... ja... aber Papiertüten sind auch Müll. Besser: Gar keine Tüten.

Ich schaffe es nur noch sehr selten, gedankenlos zu konsumieren. Einfach durch die Innenstadt schlendern und irgendwelches Zeug kaufen. »Brauchen Sie ne Tüte für 20 Cent?« ist ein Satz, der bei mir eher eine innere Sinndebatte zum Wort »brauchen« als ein »Ja, danke!« auslöst. Ich gehe durch die Kaufinger Straße – wer sie nicht kennt: eine weitläufige, und doch stets überfüllte Münchener Einkaufsmeile, in der es von Urban Outfitters bis gebratene Maroni alles gibt. Mein Freund braucht Socken. Ich konnte ihn noch nicht bis zu fair produzierter lavendelfarbener Biosocke runterdiskutieren, deshalb lassen wir die Frage nach der Herkunft dieses Stückchens 9-Euro-Männerfreiheit. Ich warte vor dem Laden, den wir nur unliebevoll Kunda nennen und suche verzweifelt fotografiewürdige Motive. Das Wetter ist gut aber die Leute sind unfotogen. Viele fette Deusche, einige verschleierte Damen in tiefschwarz, einige Kinder, einige Omas, der grauharige Trinker, der jeden anpöbelt, der ihm nicht zurück »Guten Tag« sagt… Was man halt so sieht, wenn man in der Kaufingerstraße stehen bleibt und guckt. Und irgendwie hat jeder n-te eine Tüte in der Hand. – Ist das immer noch nicht abgeschafft? Selbst wenn die Tüten was kosten, stört das offenbar niemanden. Der Scheiß muss ja irgendwie geschleppt werden. Menschlich, sicher… (continued “Samstag ist Tütentag”)

Blog-Nachruf: umweltblog (und was aus dem Leben ohne Plastik geworden ist)

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Vor jetzt schon einigen Jahren (drei, vier?) hat das Thema Wegwerfgesellschaft, Essen im Müll, Plastik im Ozean usw. mich angefangen wirklich zu stören. Ich habe nicht wirklich viel darüber nachdenken müssen – ich denke niemand muss das. Denn das Problem sieht man sofort. Man muss nur ganz kurz mal die Aufmerksamkeit nehmen und darauf achten, wie verdammt viel man eigentlich wegschmeißt. Gerade in Sachen Verpackung. Das ist traurig. Mein Wort hierfür ist “traurig”. Dafür, wie gleichgültig es den Menschen ist, wie viel weggeworfen wird, wie selbstverständlich das passiert. Wie jeder meint, ist doch egal, ist mir nicht so wichtig, wird doch total übertrieben. Traurig.

Zu dieser Zeit, als ich darüber angefangen habe, etwas mehr nachzudenken, habe ich dann irgendwann entschieden, meine Versuche, von der ganzen Wegwerferei loszukommen, auch festzuhalten. Da die Uni eine gute Plattform (mehr Leser, irgendwie offizielles Feeling) war, habe ich einen Uniblog genommen und mit Inhalten gefüllt (blogs.fau.de/umwelt). Aber jetzt bin ich nicht mehr an der FAU und damit kann ich auch den Blog nicht mehr pflegen. Heute habe ich ihn gelöscht. (continued “Blog-Nachruf: umweltblog (und was aus dem Leben ohne Plastik geworden ist)”)

Mit Seife auf Reise (DIY Anleitung Seifentasche)

Eine hübsche kleine Seifentasche bzw. Seifenbeutel für die Reise #plastikfrei #undspassdabei <3

Eine kurze Anleitung für alle, die gern plastikfrei unterwegs sind & ihre Seife luftig transportieren wollen.

Ich oute mich mal, ich hasse es, wenn Frauen auf ihren Blogs stundenlang über ihren DIY-Kram schreiben. Ich lese das nie & suche immer sofort das Bild raus, was ich brauche, um weiterzunähen. Deshalb hier für diejenigen unter euch, denen es auch so geht: die Anleitung für Ungeduldige – und weiter unten dann das ausführliche Blabla.

Für Ungeduldige: Sofort-Anleitung in schnell

  1. Außenstoff und Futter zuschneiden nach diesem Bogen [PDF]
  2. Mit jeweils schöner Seite beide Teile aufeinanderlegen und unterem Ende (nicht die Klappe) zusammennähen.
  3. Tasche so falten wie auf Bild 3 (s.u.) und 2x Rand zusammennähen.
    Dabei Wendeöffnung lassen!
  4. Wenden.
  5. Wendeöffnung nach innen falten und mit Klemmen fixieren,
    dabei Schlaufe für Knopf mittig einlegen.
  6. Klappe an Kante mit 2,5-3,0 Geradstich absteppen. Fertig.

(continued “Mit Seife auf Reise (DIY Anleitung Seifentasche)”)

Plastikfasten 2016 – Tag 14

So, damit die Aktion lebendig bleibt. Ein paar Plastikfrei-Denkanstöße zum Lebensmittel-Konsum.

plastikfasten-2016-tag-14

Schon mal …

  • … im Kühlregal nach plastikfreien Desserts gesucht? (Tipp: Rewe, Pfand-Joghurtgläser)
  • … einfach gar keine Brötchentüte genommen?
  • … wenn’s schnell gehen soll, einfach Konserven im Glas gekauft?
  • … (vegane) Brotaufstriche probiert? (ziemlich große Vielfalt, viel davon im Glas, Tipp: Alnatura)
  • … Stock-Piling probiert: z.B. Not-Knäckebrot (Tipp: Wasa, in der Papier-Packung zu haben)
  • … am Fress-Stand drum gebeten, auf zusätzliche Verpackung zu verzichten (z.B. Trennfolie Wurst)
  • … einen Coffee-To-Go Becher mitgebracht? (in einem Laden hier in München steht sogar eine Tafel “50 cent Rabatt, wenn du deinen eigenen Becher mitbringst”)?

Die Marken sind meiner Kauf-Erfahrung geschuldet und kamen mir nun mal als erstes in den Sinn. Sicher gibt’s auch andere Anbieter…

Plastikfasten 2016 – Tag 1 (Aschermittwoch)

Der Mittwoch ist der Tag, an dem es losgehen soll. Ich wollte das Bild vom letzten Beitrag eigentlich so im Raum stehen lassen. Aber vielleicht ist es ja eine gute Idee, jeden Tag unter ein Motto zu stellen (vielleicht nicht jeden, ich werde nicht immer online sein). Und dann drüber zu schreiben. Einige von euch Lesern haben mich angeschrieben, ob ich das machen will. Ich weiß noch nicht, ob das so viel Sinn ergibt. Ich habe zur Zeit nicht mehr so viel neue Ideen, denn ich versuche ja generell in meinem Alltag auf Plastik zu verzichten. Das meiste fällt mir also schon gar nicht mehr auf. Aber gerade deshalb seid ihr eingeladen, von euren Versuchen (auch vom Scheitern) hier zu erzählen.

Plastikfasten 2016 - Tag 1 der Aktion. Einige Impressionen zum Plastikfrei leben und wie man unnötige Verpackung vermeiden kann.

In diesem Sinne ein paar Ideen zu Scheitern. Also dazu, wie man es besser machen kann, auch ohne totalen Verzicht. Denn ich kaufe auch nicht immer plastikfrei. Weil es gar nicht geht. Denkt mal an Klopapier, Spülmittel oder Lidschatten (wobei ganz teuren Öko-Lidschatten hab ich schon mal in Papier gesehen irgendwann!). Für solche Dinge habe ich teilweise sogar Lösungen probiert, und einfach nicht für praktikable Alternativen befunden. Ich möchte deshalb noch mal hervorheben: Es geht nicht um völligen Verzicht. Es geht darum, bewusster zu konsumieren!

D.h., dass man sich die Mühe macht, darüber nachzudenken, ob der Einkauf auch umweltfreundlicher gegangen wäre. Oder ob man nur 500m weiter laufen hätte müssen für ein unverpacktes Produkt. Und so weiter.

Deshalb hier noch mal ein paar einfache Ideen, wie man auch beim Scheitern Schadensbegrenzung praktizieren kann:

  • Wenn schon plastikverpackt, dann immer eine Großpackung nehmen (weniger Müll gemessen an der Produktmenge) Beispiel: Kaffee, Reinigungsprodukte, Müsli
  • Immer überlegen, ob es nicht doch eine Selbermach-Alternative gibt. Beispiel: Sandwiches und Salat zum Mitnehmen, fast alle Fertiggerichte – ich meine »Nudeln mit Pesto« sind genauso schnell gemacht wie »Maggi Fertiggericht deiner Wahl mit Tomaten-Äquivalent« aber plastikfrei!
  • Einkaufstasche dabei? Einkaufstasche groß genug? Kleine Faltbeutel gibt es an der Kasse bei Rossmann oder dm. [1]
  • Papier-Alternativen suchen. Papier ist besser recyclingfähig als Plastik. Unbedrucktes, ungebleichtes Papier ist grundsätzlich auch noch von der Ökobilanz besser (sonst nimmt es sich leider nicht viel). Der einzige Unterschied sind dann noch die Müll-Endprodukte. Und da schneidet Plastik immer schlechter ab, da diese in den wenigsten Fällen biologisch abbaubar ist.[2] Beispiel: Brötchentüte – im Kaufland und Rewe aus Plastik, beim Bäcker aus Papier!
  • Sinnvolle Verpackungen kaufen. D.h. z.B. wenn man Plastik kaufen »muss«, dann überlegen, ob es diese Verpackung auch so gibt, dass sie nicht sofort nach dem Auspacken zu Müll wird. Stichwort: Upcycling. Beispiel: Bedruckte Lebensmittelverpackungen durch unbedruckte ersetzen, die sehen besser aus und können noch mal als Vorratsdose benutzt werden. Joghurtbecher eignen sich auch gut für ein zweites Leben als Stecklingstopf.[3]
Anmerkungen

[1] Modischere lokale Alternative für Franken: Bedruckte Beutel von Gudrun Sjöden (Nürnberg) oder: Selber nähen!

[2] Und damit meine ich übrigens auch nicht in hocheffizienten industriellen Kompostanlagen abbaubar sondern verdammt noch mal draußen in der Natur (was auch deshalb ein Kritikpunkt ist, weil selbst Kompostverfahren und “bio-abbaubar” EU-Norm teilweise gar nicht zusammenpassen und ein Einhalten der Norm deshalb mit der tatsächlichen Verwertbarkeit nicht zwangsläufig etwas zu tun haben muss – für mehr Informationen dazu siehe hier)

[3] (Wobei ich sagen muss, dass ich seit Jahren keinen Joghurt im Becher mehr kaufe, weil es den ja im Pfandglas gibt).

Umweltsäue zähmen

Wie man Menschen (nicht) von ihren umweltschädlichen Angewohnheiten abbringt. Ein kleiner Alltagsbericht.

Für die meisten Leute, die es schon länger durchziehen, ist Plastikverzicht eine alltägliche Sache. Selbstverständlich geworden. Ganz egal ob man radikal oder einfach nur bewusster lebt, also ab und zu verzichtet statt komplett, man lebt insgesamt einfach anders. Und man wird missionarisch. Denn was einem selbst nun total normal vorkommt, ist für andere absurd und viel zu anstrengend. Man selbst sieht das natürlich anders und will es den Menschen da draußen beweisen. Das ergibt nicht selten Unverständnis und genervte Reaktionen. (continued “Umweltsäue zähmen”)