Die ewige Frühlingszwiebel

Ich weiß nicht, ob ihr Pinterest kennt. Eine Seite, auf der man viele Stunden verbringen kann. Man kann Pinnwände erstellen, fast wie im richtigen Leben. Du hängst dort allen Kram auf, der dir gerade einfällt. »Discover (, steal) and save creative ideas.« Manche Leute treiben das bis zu dem Punkt, an dem sie ihr Pinterest-Revier mit ihrem @Namen markieren, damit jeder weiß, dass sie und nur sie diesen genialen Pin »gefunden« haben. Ich hab die Seite eigentlich immer als lästig empfunden, weil man ständig bei der Google-Bildsuche auf Pinterest-Einträge stößt und dann dazu aufgefordert wird, dort mitzumachen. Sonst kommt ein fetter schwarzer Balken, der einen untersagt, weiter zu stöbern. Albern, aber funktioniert. Ich habe jetzt auch gefühlte 100 Walls und auf denen sammele ich allen möglichen Kram. Unter anderem Dinge, die ich irgendwann, in ferner Zukunft endlich einmal ausprobieren möchte. Hunderte DIY-Pläne, Tutorials und Ideen, Nähanleitungen, Garten-Bepflanzungsstrategien, Einrichtung und Weltverbesserer-Vorschläge. Meistens bleiben die Ideen auf der Ersatzbank des Lebens hinter Studieren, Arbeiten, Essen kochen zurück (ich gehöre übrigens noch zu denen, die keine einzige Fress-Wall haben). Aber manchmal klappt es auch. Zum Beispiel im Fall der immerwährenden Zwiebel.

Zwiebel-DIY

<Hier nutzlosen einleitenden SEO-Text hindenken.> Frühlingszwiebeln sind ja toll für Suppen und Brat und so. Also jedenfalls nicht komplett nutzlos (wie manch andere seltsame bzw. komplett bekloppte Einfälle…). Üblicherweise läuft der hochkomplexe Frühlingszwiebel-Nutzvorgang in der Küche ja so ab:

How to regrow spring onions.
Abgeschnittene Frühlingszwiebeln zum Nachwachsen.
  • Ramsch von Frühlingszwiebel abschneiden
  • hässliche Blätter abmachen
  • Waschen
  • Ramsch wegschmeißen

Aber… wie man auf Pinterest lernen kann, wenn man seine einsamen Sonntagabende dort verbringt: Man kann die Enden der Zwiebel auch aufheben und daraus neue Zwiebeln kultivieren, ganz ohne viel Zutun. Angeblich.

Diese haarsträubende Unglaublichkeit wollte ich dann doch selbst im Experiment überprüfen. Und siehe da, es stimmt echt. Die unzerstörbare totgeglaubte Zwiebel erwacht nach etwa 5 Tagen zu neuem Leben. Im Internet stand noch, nach ein paar Wochen könne man, mit etwas Glück, neue Zwiebeln ernten. Werde ich ja sehen. Lange gedauert hat es jedenfalls nicht, bis sich die Geköpfte rehabiliert hatte. Hier ist der Beweis:

How to regrow spring onions (scallions).
Von den Toten auferstandene Frühlingszwiebel. // Dead onion self-resurrects after about 5 days.

Alles, was man braucht ist ein Gefäß mit Wasser. Alle 2-3 Tage sollte man die Plörre durch Frischwasser austauschen. Man kann schnell die Bildung neuer feiner Wurzelhärchen beobachten, ein Zeichen, dass die Zwiebel lebt und die Wurzel intakt ist. Nach einiger Zeit wächst aus der Mitte der abgeschnittenen Knolle dann das innere Blattzeug nach.

English version: Cut the ends of the onions (not too close, like in the picture). Put them in water, fill up so that only the roots are coverd. Refresh every other day. Wait.

Bitte pinnen 😉 Enjoy!

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