Ein Salat, voll spannend

Gestern hatten wir Hunger und keine Ahnung, wie man Salat macht. Deshalb habe ich dann im Internet das Wort »Salat« gegooglet. Ich habe sicherheitshalber noch »Brigitte« eingegeben, um idiotensichere, Mittdreißiger-freundliche Schmeck-Varianten zu bekommen. Insgeheim hoffte ich trotzdem irgendwie auf eine Salat-Extremistenseite mit einer endlosen Vielfalt an Dressings. Extreme Dressing sozusagen. Wie Extreme Couponing, nur mit Salat und es kostet mehr als man spart.

Ich fand dann u.a. dieses Kinder- und Schmähmäuler-ungeeignete »Genießerinnen«-Rezept. Bin wohl keine Genießerin, Leber ist nicht meins. Klingt irgendwie so nach Leben. Daran möchte ich beim Fleischessen jetzt ja bitte nicht erinnert werden. Ist schon eklig genug, das Ganze zu zerschnippeln, dann so die Faszien abbasteln, paar Äderchen und das ganze Geschlunze. Ich wette, Food-Blogger lieben das. Die zupfen dann an den sterblichen Viech-Resten rum und machen »Mmmmmh!«. Am besten noch ein Foto vom Schnitzel auf dem Küchenbrett. So malerisch, wie es da liegt und nach Fleisch aussieht. Einfach nur schön.

Food, Foooooohoooood!

Ich liebe ja Food Blogs. Noch mehr mag ich es allerdings, immer neue Handy-Bilder von Essen und Cocktails zu sehen. Ja, nee. Ich gehöre wohl zu den Langweilern, die in der Küche einfach rumprobieren und sich selten bis nie Inspiration aus Anderem als Büchern, Familie oder Freunden holen. Neue Dinge entstehen meistens einfach so. Wobei ich sagen muss, dass Bücher mir trotzdem sehr lieb sind. Nur dieses ganze Präsentieren, Liken und Hochschwafeln von ähm… Essen halt… (achselzuck), das ist doch öde. Ich will kein Gelaber, ich will ein Rezept. Ich will auch kein perfektes Foto von dem kaltgewordenem Wunderfraß dazu oder breite Erklärungen über die Verarbeitung der Zutaten mitsamt Küchen-Stilleben. (Schon mal ein Schnitzel geklopft? Nein? Soll ich euch mal zeigen, wie toll ich das kann?)

Ihr habt’s schon begriffen, ich schenke euch zu Nachweihnachten einen Anti-Food-Post. Hier ist mein verdammter beschissener Salat. Er ist durch und durch langweilig und nicht der Rede wert und ich weiß das auch.

Einfach lecker Hänchen Streifen Salat mit Ruccola und Feldsalat
Ein gewöhnlicher Salat mit Hähnchen-Streifen. Vielleicht auch Hühnchen (falls Gender-Study-Fanatiker*Innen hier sind).

Das unglaubliche Salatrezept

Jetzt laber ich noch ein bisschen darüber rum, wie toll einfach das geht, oder ich schreibe einfach gar kein Rezept hin, weil ich nur will, dass ihr mein scheiß Foto liket. Aber ich will mal nicht so sein…

  • Bio-Öko-Hähnchenbrust von glücklichen Hähnchen aus dem Allgäu (haben neben Kühen im bayerischen Kuh-Fladen gespielt, heute essen wir sie zum türkischen Fladen-Brot)
  • Bund Ruccola, Feldsalat
  • arbiträrer Hartkäse, z.B. Grana Padano oder was halt grad die Essen-Klugscheißer-Runde macht
  • Rosmarin, Majoran
  • Pfeffer
  • Ayurvedisches Karma-Meersalz von der Küste des Staunens
  • arbiträres Brot, am besten aus der eigenen Brotbackmaschine, Karma-Dinkel nicht vergessen
  • Feigen-Essig, Oliven-Öl (aber bitte nicht schon wieder das tolle Aldi-Öl aus Italien, vielleicht mal was Griechisches…?)

PR-wirksamer Zubereitungsspruch hier

Hähnchen in Streifen schneiden und mit den Gewürzen usw. im Öl sanft anbraten. Den Salat waschen und schleudern, kleinschneiden. Dressing aus 1:3 Essig:Öl mischen (im Glas schütteln oder wer noch nicht genug Küchengeräte hat im Salatshaker). Drüber kippen, dann Fleisch und geriebenen Käse drauf. Fertig ist der Wundersalat.

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