Minimalistisch leben – 12 Fragen an dich selbst, die dir helfen weniger zu kaufen.

Kleider auf der Kleiderstange

Diese 12 Fragen helfen, beim Einkauf keinen unnötigen Kram mit nach Hause zu nehmen.

Auch wenn man schon länger minimalistisch lebt oder einfach versucht, bewusst zu konsumieren, fällt man immer wieder auf mich selbst rein. Mir geht es jedenfalls so und ich mache diesen ganzen Minimalisierungskram jetzt schon seit über nem Jahrzehnt. Also fühlt euch nicht schlecht, wenn ihr einen Shopping-Anfall hattet oder so. Und falls ihr zu viel Zeit habt und gerne hilfreiche Minimalisten-Tipps lest… dann hier, bitteschön!

(1) Ist es alltagstauglich?

Ist es zu schön, um es öfter zu tragen? Sachen, die aus besonders empfindlichen Stoffen sind, neigen dazu, im Schrank zu bleiben, »bis ein passender Anlass kommt« (oder andere Ausreden).

(2) Ist es wirklich schön?

Ich kaufe nur noch Dinge, die ich 100% schön finde. Auch wenn mich nur ein kleines Detail stört, kaufe ich es nicht. Es sei denn, man kann das Detail austauschen. Wenn es etwas ist, das ich selbst ändern kann, aber das etwas aufwändig ist – z.B. eine Hose kürzen – dann gehe ich nach dem Preis. Von einem besonders teuren Kleidungsstück »erwarte« ich auch, dass es direkt passt. Kleine Änderungen mache ich trotzdem selbst, allerdings neige ich bei etwas chiceren Sachen dazu, das aufzuschieben, weil ich Angst habe, sie zu versauen. Schlechter Tag, unkonzentriert an der Nähmaschine, zu kurz abgeschnitten… naja, ihr kennt es (hoffentlich nicht).

(3) Habe ich Platz dafür?

Wenn der Schrank sowieso schon (wieder) zu voll ist, dann mach erst einmal Platz. Es tut gut, die Dinge z.B. an bedürftige Leute zu verschenken, den Raum zu schaffen und wieder mal zu sehen, worauf man alles verzichten kann. Vielleicht hast du danach sowieso keine Lust mehr, etwas zu kaufen. Vielleicht entdeckst du ein vergessenes Kleidungsstück, das fast genauso ist wie das, was du gerade mitnehmen wolltest. Menschen sind ja Gewohnheitswesen. Ich habe mir schon 3x einen Lippenstift in der gleichen Farbe gekauft, dachte jedesmal, es wäre ein neuer und habe dann zu Hause den alten gefunden…



(4) Würde ich das Geld lieber für andere Dinge ausgeben?

Manchmal denkt man nicht an langfristige Ziele, für die man vielleicht sparen möchte, wenn man gerade etwas Schönes sieht. Mit sinnlosen Käufen aus dem Moment heraus entfernt man sich wieder von solchen Träumen. Und es ist schade, wenn man sich etwas, das man wirklich brauchen könnte und womit man Spaß hat, durch etwas nimmt, das eigentlich überflüssig ist.

(5) Habe ich das Gleiche schon?

Dinge doppelt zu kaufen ist nur dann sinnvoll, wenn man sie auch doppelt nutzt. Also z.B. Blusen. Wenn ich im Büro arbeite, brauche ich u.U. täglich eine frische Bluse. Da ich nicht 3x die Woche wasche, weil ich keine Umweltsau bin… Also habe ich mehr als eine Bluse. (Handwäsche ist übrigens nicht umweltfreundlicher.) Ich habe sogar Blusen doppelt, einfach damit ich seltener waschen muss. Aber manche Sachen sind Basics und man braucht sie nicht zweimal. Etwa ein paar einfache Schuhe. Ich finde es unnötig, 10 paar Schuhe zu haben, die sich alle ähneln. Lieber ein klassisches Paar, das zu allem passt. Damit wären wir auch beim nächsten Punkt…

(6) Passt es zu meinem Stil?

Passt das neue Ding zu meinen anderen Sachen? Auch wenn es toll aussieht im Laden: Was bringt dir ein blauer Teppich in deiner komplett roten Wohnung, wenn er einfach überhaupt nicht dazu passt? Macht nur unhappy.

(7) Passt es (zu mir)?

Dieser Punkt ist vor allem für Klamotten. Man muss sich in ihnen wohl fühlen. Kleidung, die nicht passt, zu kaufen, ist nicht besonders schlau. Die Wahrscheinlichkeit, dass du in die Hose noch »hinein schrumpfen« wirst, ist relativ gering. Ja ja, niemand will dem Anderen sagen, dass seine Diät seit einem halben Jahr zumindest optisch nichts gebracht hat. Aber losgelöst davon, ob Diäten funktionieren, ist es ja wohl unumstritten, dass »sich selbst verarschen« eher ein sinnfreies Unterfangen ist. Guck dich an, fühl die Klamotte, und tu nicht dumm rum.



(8) Ist es praktisch?

Ich weiß nicht, warum dieser Punkt erst jetzt kommt. Naja, die Reihenfolge ist die Reihenfolge, in der mir die Dinge eingefallen sind. Frei von der Feder. Praktikabilität bzw. Funktionalität finde ich eine sehr wichtige Sache bei Anschaffungen aller Art. Elektronik, Möbel, Kleidung – alles sollte praktisch sein. Unpraktische Dinge gehen schneller kaputt, machen mehr Arbeit oder stören sonst irgendwie. Man baut womöglich noch Provisorien um sie herum und ist dann ständig latent unzufrieden mit selbigen. Oh… ach ja:

(9) Ist es eine Dauerlösung oder ein Provisorium?

Manche Käufe tätigt man ja als Übergangslösung. Erst mal die billige oder die kleine Version, später kann man noch das tolle, teure Riesending, das man eigentlich will kaufen. (Leute, das ist wie beim essen. Wenn du die Schokolade willst, dann iss sie lieber gleich, statt 10 Becher Joghurt. Man kann auch von Joghurt fett werden.) Jednefalls ist das Resultat, dass man dann einen Haufen halb-schöne, halb-befriedigende Dinge hat und eigentlich die ganze Zeit lieber was anderes hätte. Insbesondere bei Möbeln lohnt sich das sowas von gar nicht. Kauf lieber gleich was Ordentliches, auch wenn es etwas teurer ist. Investiere in anständige, faire Arbeit. Du wirst dich besser dabei fühlen und du wirst mehr und länger Freude damit haben.

(10) Stimmt die Qualität?

Auch das ist so ein Ding, das ich nur immer wieder sagen kann. Die Qualität sollte zum Preis passen und zum Zweck. Etwas, das täglich stark beansprucht wird, sollte auch etwas aushalten. Und was, das teuer ist, sollte keine billigen Nähte aufweisen. Ich bin insbesondere bei Kleidung sehr kritisch, da ich ja auch selbst ein bisschen nähe… und wenn ich sehe, dass die Bündchen achtlos und schlampig genäht sind, dann weiß ich, dass das Geld nur für die Marke ist. Und ich zahle nicht für Marken, ich zahle für gute Arbeit.

(11) Ist es fair produziert?

Ich verstehe, dass manche Leute denken, dass es sich nicht jeder leisten könnte, faire Bio-Mode zu tragen. Aber glauben tu ich das nicht. Wer wenig kauft, kann sich auch mehr gute, teure Sachen leisten. Menschen kaufen in Deutschland im Schnitt 70 Kleidungsstücke im Jahr. Wer für jedes nur 10 Euro ausgibt, was nun wirklich extrem billig ist, der hat 700 Euro ausgegeben. Davon kann man einige Bio-Pullis und sogar einen guten Mantel kaufen.

(12) Kaufe ich es nur, weil es billig/reduziert ist?

Die Unterscheidung zwischen »tollem Fund« und »unüberlegtem Schnäppchen-Anfall« ist gar nicht so einfach. Klar, es gibt auch tolle Schnäppchen. Ich freue mich auch, wenn ich 4 Wochen um den einen schönen Pulli rumgelaufen bin und er dann doch noch in XS da ist und zum halben Preis. Aber das ist was Anderes, als etwas nur zu kaufen, weil es billig ist. Frag dich lieber: Würde ich es auch für den doppelten oder dreifachen Preis auch noch wollen? Das ist natürlich kein KO-Kriterium, da manche Dinge gerade durch ihren Preis interessant werden – nämlich dann, wenn sie eigentlich mehr »wert« wären.

So. Das war’s mit den Fragen. Ich hoffe, sie haben dir weitergeholfen. Etwas kürzer und ein bisschen anders erzählt sage ich das auch in meinen YouTube-Video hier. Wenn du mehr von mir lesen oder sehen willst, bist du herzlich eingeladen. Ansonsten… Ja. Bis dann dann.

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