Plastikfasten 2016 – Tag 1 (Aschermittwoch)

Der Mittwoch ist der Tag, an dem es losgehen soll. Ich wollte das Bild vom letzten Beitrag eigentlich so im Raum stehen lassen. Aber vielleicht ist es ja eine gute Idee, jeden Tag unter ein Motto zu stellen (vielleicht nicht jeden, ich werde nicht immer online sein). Und dann drüber zu schreiben. Einige von euch Lesern haben mich angeschrieben, ob ich das machen will. Ich weiß noch nicht, ob das so viel Sinn ergibt. Ich habe zur Zeit nicht mehr so viel neue Ideen, denn ich versuche ja generell in meinem Alltag auf Plastik zu verzichten. Das meiste fällt mir also schon gar nicht mehr auf. Aber gerade deshalb seid ihr eingeladen, von euren Versuchen (auch vom Scheitern) hier zu erzählen.

Plastikfasten 2016 - Tag 1 der Aktion. Einige Impressionen zum Plastikfrei leben und wie man unnötige Verpackung vermeiden kann.

In diesem Sinne ein paar Ideen zu Scheitern. Also dazu, wie man es besser machen kann, auch ohne totalen Verzicht. Denn ich kaufe auch nicht immer plastikfrei. Weil es gar nicht geht. Denkt mal an Klopapier, Spülmittel oder Lidschatten (wobei ganz teuren Öko-Lidschatten hab ich schon mal in Papier gesehen irgendwann!). Für solche Dinge habe ich teilweise sogar Lösungen probiert, und einfach nicht für praktikable Alternativen befunden. Ich möchte deshalb noch mal hervorheben: Es geht nicht um völligen Verzicht. Es geht darum, bewusster zu konsumieren!

D.h., dass man sich die Mühe macht, darüber nachzudenken, ob der Einkauf auch umweltfreundlicher gegangen wäre. Oder ob man nur 500m weiter laufen hätte müssen für ein unverpacktes Produkt. Und so weiter.

Deshalb hier noch mal ein paar einfache Ideen, wie man auch beim Scheitern Schadensbegrenzung praktizieren kann:

  • Wenn schon plastikverpackt, dann immer eine Großpackung nehmen (weniger Müll gemessen an der Produktmenge) Beispiel: Kaffee, Reinigungsprodukte, Müsli
  • Immer überlegen, ob es nicht doch eine Selbermach-Alternative gibt. Beispiel: Sandwiches und Salat zum Mitnehmen, fast alle Fertiggerichte – ich meine »Nudeln mit Pesto« sind genauso schnell gemacht wie »Maggi Fertiggericht deiner Wahl mit Tomaten-Äquivalent« aber plastikfrei!
  • Einkaufstasche dabei? Einkaufstasche groß genug? Kleine Faltbeutel gibt es an der Kasse bei Rossmann oder dm. [1]
  • Papier-Alternativen suchen. Papier ist besser recyclingfähig als Plastik. Unbedrucktes, ungebleichtes Papier ist grundsätzlich auch noch von der Ökobilanz besser (sonst nimmt es sich leider nicht viel). Der einzige Unterschied sind dann noch die Müll-Endprodukte. Und da schneidet Plastik immer schlechter ab, da diese in den wenigsten Fällen biologisch abbaubar ist.[2] Beispiel: Brötchentüte – im Kaufland und Rewe aus Plastik, beim Bäcker aus Papier!
  • Sinnvolle Verpackungen kaufen. D.h. z.B. wenn man Plastik kaufen »muss«, dann überlegen, ob es diese Verpackung auch so gibt, dass sie nicht sofort nach dem Auspacken zu Müll wird. Stichwort: Upcycling. Beispiel: Bedruckte Lebensmittelverpackungen durch unbedruckte ersetzen, die sehen besser aus und können noch mal als Vorratsdose benutzt werden. Joghurtbecher eignen sich auch gut für ein zweites Leben als Stecklingstopf.[3]
Anmerkungen

[1] Modischere lokale Alternative für Franken: Bedruckte Beutel von Gudrun Sjöden (Nürnberg) oder: Selber nähen!

[2] Und damit meine ich übrigens auch nicht in hocheffizienten industriellen Kompostanlagen abbaubar sondern verdammt noch mal draußen in der Natur (was auch deshalb ein Kritikpunkt ist, weil selbst Kompostverfahren und “bio-abbaubar” EU-Norm teilweise gar nicht zusammenpassen und ein Einhalten der Norm deshalb mit der tatsächlichen Verwertbarkeit nicht zwangsläufig etwas zu tun haben muss – für mehr Informationen dazu siehe hier)

[3] (Wobei ich sagen muss, dass ich seit Jahren keinen Joghurt im Becher mehr kaufe, weil es den ja im Pfandglas gibt).

Umweltsäue zähmen

Wie man Menschen (nicht) von ihren umweltschädlichen Angewohnheiten abbringt. Ein kleiner Alltagsbericht.

Für die meisten Leute, die es schon länger durchziehen, ist Plastikverzicht eine alltägliche Sache. Selbstverständlich geworden. Ganz egal ob man radikal oder einfach nur bewusster lebt, also ab und zu verzichtet statt komplett, man lebt insgesamt einfach anders. Und man wird missionarisch. Denn was einem selbst nun total normal vorkommt, ist für andere absurd und viel zu anstrengend. Man selbst sieht das natürlich anders und will es den Menschen da draußen beweisen. Das ergibt nicht selten Unverständnis und genervte Reaktionen. (continued “Umweltsäue zähmen”)

20 einfache Ideen, um Müll zu reduzieren

Viele Menschen haben das Gefühl dafür verloren, wieviel unnötigen Müll sie täglich erzeugen. Auch die, die eigentlich versuchen, darauf zu achten. Weil man manchmal einfach nicht daran denkt. Oder auch zu bequem ist. Das ist schade, denn es ist eigentlich ziemlich leicht, den eigenen Müllberg etwas kleiner zu machen. Eine Sammlung alltagstauglicher Müllspartipps. (continued “20 einfache Ideen, um Müll zu reduzieren”)