20 einfache Ideen, um Müll zu reduzieren

Viele Menschen haben das Gefühl dafür verloren, wieviel unnötigen Müll sie täglich erzeugen. Auch die, die eigentlich versuchen, darauf zu achten. Weil man manchmal einfach nicht daran denkt. Oder auch zu bequem ist. Das ist schade, denn es ist eigentlich ziemlich leicht, den eigenen Müllberg etwas kleiner zu machen. Eine Sammlung alltagstauglicher Müllspartipps.

1. Keine Einkaufstüte

Trivial. Aber funktioniert nur, wenn man immer eine Tasche dabei hat. Für Obst/Gemüse sind auch diese Netze gut. Kann man sogar selber machen. Oder Hipster-Jutebeutel bei DaWanda ordern geht natürlich auch…

2. Unverpacktes Gemüse

In Supermärkten ist viel zu viel verpackt. In kleineren Läden nicht. Türkischer Supermarkt/Obstladen/… Oder auf dem Wochenmarkt.

3. Stofftaschentuch

Ist auch nicht ekliger als der durch Verpackungsmaterial verschmutzte Ozean – get over it! Taschentücher sind 60° waschbar, wobei das nicht nötig ist, wenn man keine Erkältung hat. Grundsätzlich sollte man ja eh immer versuchen, bei niedrigen Temperaturen zu waschen. Das gilt auch für Männer-Socken & andere Weichei-Umweltsau-Ausreden.

4. Papier wiederverwenden

Aus Umschlägen Schmierzettel machen. Falsch bedrucktes nicht wegwerfen. Es kann als Einkaufsliste, Merkzettel, Telefonnotizblatt dienen… Papier braucht man doch ständig.

5. Essensdose in die Mensa/Cafeteria mitnehmen

Essen im Müll ist besonders vermeidenswert, oder? Das ist traurig, wenn es da landet. Wer nicht aufisst, sollte den Rest nicht entsorgen, sondern lieber zum Warmmachen für später mitnehmen. Für angebrochene Sachen, Reste oder zu viel Gekauftes bietet sich auch Foodsharing an. Leider nur in Großsstädten so richtig aktiv genutzt…

6. Becher für den Kaffeeautomaten

Fast alle Vending Machines für heiße Getränke erkennen einen mitgebrachten Becher. An unserer Uni und der Bibliothek geht das ohne Probleme. Kriegtste sogar jedes Mal unglaubliche 5 Cent geschenkt. Außer an der Unibib, der Automat dort ist ein Arschloch und es gibt auch keine Möglichkeit, den Becher zu “recyclen”… naja… also in einen Rückgabeautomaten zu stecken, der vmtl. im Standby mehr Strom braucht, als durch diese Bechersammelei gespart ist – dafür braucht man kein gutes Gewissen zu haben, das Teil ist genauso schädlich wie der Becher im Müll und dient allenfalls der Materialrückgewinnung aka rein kommerziellen Zwecken. Den Strom zahlt schließlich der Host…

7. Lieber Großpackungen kaufen

Ein gutes Beispiel ist Kackpapier. Ich frage mich manchmal, wen diese 2-Rollen-Packung Superflausch-Kuschelarsch eigentlich ansprechen soll…? Menschen, die kein Fahrrad besitzen? Leute, denen es peinlich ist, eine Packung Klopapier zu tragen? Faule Säcke? Gestresste Managertypen? Also, wie scheiße kann man eigentlich sein, um eine 2-Stück-Packung Klopapier zu kaufen. “Oh, ich hab zu Hause kein Platz für so viel Klopapier… das ist jetzt total unpraktisch, mimimimimi…” So oder so ähnlich stelle ich mir das vor. Und so ist es mit vielen Sachen. Es wäre besser, man würde sie nicht einzeln (ver)kaufen, weil es vielfache Verpackung bedeutet. Man kann zusätzlich noch darauf achten, wie viel Material benutzt wurde (dünn, dick, mit übertriebenen Extras wie super-komfortablen Griffen oder stark ettikettierte und bedruckte Packungen… alles Mist natürlich).

8. Mehrwegflaschen & Glas

PET-Einwegflaschen leben nur 1x, sie sind sozusagen Supermüll. Die Mehrwegversion ist auch nicht viel besser, auch wenn die Flaschen leichter sind und der Transport dadurch weniger CO2-intensiv ist. ABER: Man kann ja auch einfach Glasflaschen und dafür lokal kaufen. Das ist die beste Lösung. Über 100km lohnt es sich allerdings nicht mehr, dann schneiden die Glas-Flaschen energetisch sehr ungünstig ab, auch wenn sie wesentlich öfter verwendet werden können…

9. Biologisch abbaubare Produkte kaufen

Bei Erde u.ä. gibt es z.T. kompostierbare Verpackungen. Allerdings sind die industriellen Kompostierungsverfahren viel zu schnell für die meisten dieser Verpackungen, sodass trotzdem nicht alles kompostiert werden kann. Also besser gar keine Verpackung. Zigarettenfilter sind übrigens kein Biomüll sondern Rest. Es gibt auch biologisch abbaubare, aber das beste wäre wohl, gar keine zu benutzen, oder – richtig schlau – nicht rauchen!

10. Unverpackte Pflegeprodukte

Gibt’s vielerorts. Das Bekannteste ist aber LUSH. Die haben auch verpackte Sachen, nehmen aber alle schwarzen Döschen zurück zur Wiederverwendung.

11. Versandhandel vermeiden

Versand kann nur solange umweltfreundlich sein, wie der Anbieter auch ein ausgebautes, täglich befahrenes Netz anbieten kann. Einzelversand ist ungünstig, in der Verpackung sowie dem Transport. Der deutsche Buchhandel und die Apotheken bieten z.B. so ein Netz. Sonst ist es besser, die Dinge in den Laden zu bestellen. Bequemlichkeit ist einer der Hauptgründe für Umweltverschmutzung. Und sie ist einfach nicht zu rechtfertigen. Man muss weder alles bei Amazon bestellen, noch jede Woche einkaufen. Auch nicht wenn man viel arbeitet. Been there, done that. Es ist eine Ausrede wie viele, weil man so gerne schöne Dinge will nach Feierabend. Aber eigentlich ist das doch blödes Gejammer.

Was auch eine gute Idee ist (sowohl zum Kostensparen als auch umwelttechnisch), ist sich bei Online-Bestellungen zusammenzutun. Frag doch deine Freunde oder Kollegen, ob du etwas mitbestellen sollst? Manchmal hat man länger was auf der Wunschliste aber wg. der Kosten und des kleinen Preises kauft man es nicht. So lohnt sich das eher und es wird weniger verpackungsintensiv.

12. Seife und festes Shampoo statt Duschgel und so

Kann ich nicht oft genug sagen: NIEMAND braucht Duschgel. Einfach niemand. Duschgel ist superverwerflicher Umweltfrevel. Ich disse jeden, der Duschgel benutzt. Nimm Seife, du Weichei! Und das feste Shampoo kann man ja auch mal kaufen. LUSH-Shampoo kostet um die 5 Euro. Das ist aber nicht teuer, weil es viel länger hält als die verpackte Version. Ist auch für die Reise toll. Klein, praktisch, gibt auch so Dosen dazu. Wirklich ne gute Sache.

13. Sauber staubsaugen

Eine kongeniale Idee finde ich ja das hier! Der wiederverwendbare Staubsaugerbeutel.

14. Wirtschaftlich arbeiten

Auf der Arbeit schalten viele auf den Modus “Öko-Sau”, glaub ich. Klar, man trennt den Müll und kauft die Bio-Banane, und bloß nicht von Aldi. Aber dann 300 Seiten 1-seitig ausdrucken. Dazu kommt: An jeder Firma, und auch jeder Uni gibt es einen Müllbeauftragten (ich muss dazu sagen, shame on you, FAU, ich habe unseren bis heute nicht erreicht und auf meine Mail hat er auch nicht reagiert). Der kann helfen bei so Problemen wie Entsorgung im Büro. Es kann doch echt nicht angehen, dass man Altpapier in den Restmüll schmeißt, weil es keinen extra Eimer gibt. An manchen Einrichtungen wird da sehr drauf geachtet, ist ne gute Sache, aber es wissen auch einfach gar nicht alle, dass man da was machen kann. Und da ist es schon so: Fragen kostet doch nichts. Informiert euch einfach, wenn euch das Thema beschäftigt. Man kann immer was tun, auch wenn’s nur ein Bruchteil ist. Und in der Summe ist es wichtig. Es hilft, wenn nur 10 Büros weniger Trash erzeugen. Ist doch logisch, oder? 10×4 Leute, die weniger Müll machen, das sind nicht wenige. Wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich ganz klar, dass es nicht ganz nutzlos ist, einfach öfter dran zu denken.

15. Upcycling

Es gibt so viele coole Ideen, so viel, was man aus Müll-Geglaubtem machen kann. Manches ist echt hässlich und schreit eher “Oh Mann, warum hast du mich nicht entsorgt?!” aber manches ist auch genial und hübsch. Upcycling ist eine Bewegung, die nicht umsonst gehypt wird. Und eine Anmerkung dazu: Upcycling bedeutet nicht, sein bescheuertes Palettenbett für 400 Euro auf eBay-Kleinanzeigen zu verschachern! Upcycling heißt, du machst dir ausnahmsweise mal selbst die Arbeit. Vor Ort, ohne Versand und zusätzlihen Dreck. Mit einfachen, nachhaltigen Mitteln.

16. Übertriebene Hygiene & Einmalprodukte vermeiden

Viel Müll entsteht auch durch Hygienefimmel. Panik-Putzen. Desinfektionsmittel. Einmalartikel. Vieles davon braucht man einfach nicht. Desinfektionssprays für den Haushalt – die überflüssigste Sache der Welt. Feuchtes Klopapier… warum nicht einfach mal den Hintern waschen? Wegwerfwindeln, so rückständig das klingen mag,… der Anblick des Inhalts eines Müllcontainers vorm Altenheim hat mich da wohl ein bisschen geprägt. Wenn man sieht, wie viele Tonnen Windeln ein paar wenige Menschen produzieren. So viel Müll, nur dadurch dass wir leben, essen, naja und so weiter. Aber bei Kindern kann man das ja durch wiederverwendbare Produkte ersetzen. Ist vielleicht ein bisschen ungewohnt, vielleicht für manche zu weit gedacht, aber wirklich abwegig finde ich, dass das Wegwerfen für uns mittlerweile so normal geworden ist, dass wir solche Ideen abstrus finden…

17. Einzelverpackungen weglassen

Verpackte Bonbons, eingeschweißte Kaugummis, nur damit sie aromatischer sind… Teebeutel im “Aromapack”. Na toll… also mich frustriert das ja, wenn ich extra die recyclebare Pappschachtel kaufe und dann ist da schon wieder Plastikmüll drin. Traurig. Einzeln verpackte Sachen kaufe ich einfach gar nicht mehr. Ich sehe nicht ein, dass etwas doppelt verpackt sein muss. Dann muss man den Tee halt wegtrinken und nicht alles zu Hause stapeln, dann wird er auch nicht pappig, wa? First world problems…

18. Selber kochen!

Weniger hochverarbeitete Lebensmittel zu konsumieren bedeutet automatisch weniger Müll. Tütensuppe geht zwar schnell, aber so schwer ist es jetzt auch nicht, ein bisschen Gemüse zu schnippeln. Und gesünder. Und mehr lecker. Man kann gleich richtig viel davon machen und den Rest als eigenes Fast-Food für andermal einfrieren. Obst & Gemüse, nennt mich öko, aber das sind doch die besten Snacks. Die kommen in ihrer eigenen Verpackung, da braucht man nix drun herum.

19. Qualitätsdinge

Haltbarere Sachen bedeuten auch weniger Müll. Wer 2x im Jahr neue Schuhe für 40 Euro braucht, soltle doch mal drüber nachdenken, ob es nicht vielleicht doch schlauer ist, welche für 200 Euro zu kaufen, die dafür viele Jahre halten. Ich weiß, Werbung ist irgendwie tabu, es muss ja alles ohne Marke sein und ganz neutral, aber sch* drauf, meine Campers <3 sind absolut unzerstörber. Diese Dinger haben mich sogar auf Bergtouren begleitet (und das sind echt keine Wanderschuhe). Ich bin damit am Meer im Salzwasser rumgelatscht und auf steinigen deutschen Pilzwanderwegen. Nach 10 Jahren sind die kein bisschen eklig und sehen fast noch so aus wie am ersten Tag. Sowas Unkaputtbares ist es dann schon wert. Muss jetzt ja nicht die Marke sein, gibt sicher viele gute Schuhe auf der Welt, aber ich denke, das ist ein ganz gutes Beispiel. Lieber 1x was teures, gut Gemachtes kaufen als 5x billigen Schrott. Und es lässt sich auf viele Dinge übertragen… Fahrradreifen, Klamotten, Schreibgeräte… was auch immer! Und damit bleibt dann vielleicht noch ein letzter Punkt, der aber vielleicht der allerwichtigste von allen ist:

20. Kreativ sein.

 

3 thoughts on “20 einfache Ideen, um Müll zu reduzieren

  1. Bin bei diesem Beitrag absolut bei dir.

    Musste lachen,wegen dem Kommentar zu Duschgel.
    Ich benutze ja jetzt auch seit über einem Jahr Seife, vorher aber nie.
    Ich fand das aber immer nachahmenswert, wenn ich in Amerikanischen Sitcoms gesehen habe, wie sie dort mit Seife duschen.

    Naja umgesetzt habe ich es erst viel später.
    Aber die deutschen sind wirklich weicheier. Da geb ich dir recht.
    Ich liebe Lush. Ich schreibe auf meinem Blog auch immer wieder darüber und kaufe auch dort meine Waschsachen ein. Ich find den Laden toll. Schade dass ich bestellen muss, hier in der Nähe gibt es keinen Laden.

    Dieses Einzelteile gekaufe find ich auch total doof. Da muss man wirklich auch mal an die Mütter appellieren die ihren Kindern immer so n Mist kaufen.

    Alles Gute!
    PS: ich bleibe jetzt auf der Seite hier , bevor die von der FAU weg ist und ich diese Seite hier nicht mehr wiederfinde.

    1. Einen LUSH-Laden in der Nähe zu haben ist schon echt ein Luxus. Ich habe das Glück in München. Mein Fav ist die Rockstar-Seife. Eine Art Wasch-Kaugummi.

      Freut mich, dass du mitliest 🙂 Ich schreib vor allem hier jetzt, es findet sich einfach kein Nachfolger für den umweltblog und ich bin nicht mehr ewig an der FAU.

      Liebe Grüße!

  2. Wunderbar! Inhaltlich kann ich sehr gut folgen und deine bissige Schreibe hat mir das ein oder andere Auflachen entlickt. Danke dir!

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