Blog-Nachruf: umweltblog (und was aus dem Leben ohne Plastik geworden ist)

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Vor jetzt schon einigen Jahren (drei, vier?) hat das Thema Wegwerfgesellschaft, Essen im Müll, Plastik im Ozean usw. mich angefangen wirklich zu stören. Ich habe nicht wirklich viel darüber nachdenken müssen – ich denke niemand muss das. Denn das Problem sieht man sofort. Man muss nur ganz kurz mal die Aufmerksamkeit nehmen und darauf achten, wie verdammt viel man eigentlich wegschmeißt. Gerade in Sachen Verpackung. Das ist traurig. Mein Wort hierfür ist “traurig”. Dafür, wie gleichgültig es den Menschen ist, wie viel weggeworfen wird, wie selbstverständlich das passiert. Wie jeder meint, ist doch egal, ist mir nicht so wichtig, wird doch total übertrieben. Traurig.

Zu dieser Zeit, als ich darüber angefangen habe, etwas mehr nachzudenken, habe ich dann irgendwann entschieden, meine Versuche, von der ganzen Wegwerferei loszukommen, auch festzuhalten. Da die Uni eine gute Plattform (mehr Leser, irgendwie offizielles Feeling) war, habe ich einen Uniblog genommen und mit Inhalten gefüllt (blogs.fau.de/umwelt). Aber jetzt bin ich nicht mehr an der FAU und damit kann ich auch den Blog nicht mehr pflegen. Heute habe ich ihn gelöscht.

Dabei bin ich schon sentimental geworden. Aus x Gründen. Weg von der Uni. So viel ungeschriebene Dachen. Und auch: Damals hatte ich echt so viele Ideen, Wünsche, Gedanken, wie die Gesellschaft sich verändern könnte. Und wie ist es heute?

Jeder hat schon mal von Plastikfrei oder Plastikverzicht gehört. Aber wie viele machen dann auch mit? Ach ja… die eingeschweißten Paprika, ist doch nicht so tragisch. Lieber nicht so viel Auto fahren – ist doch auch was. “Ich mach, was ich kann.”

Klar.
DU
MACHST,
WAS
DU KANNST.

“Und das ist doch wunderbar”, denk ich dann – wunderbar selbstbelogen. So ein Scheiß, echt. Du machst überhaupt nicht, was du kannst. Was du machst, ist in 99% der Fälle, was gerade in dein schlecht geplantes Leben passt. Zu wenig Zeit hier, zu wenig Zeit da, ich muss arbeiten, essen, schlafen. Oh Mann. Das muss jeder, okay? Das ist sowas von unbesonders.

Aber diese Ausreden höre ich einfach immer wieder, wenn ich das Thema anspreche. Das und “Soja-Fresser” oder so. Ich esse keinen Soja, ist meistens Plastik-verpackt (schon gemerkt? Tofu und so…).

Seit meinem ersten Blogeintrag hat sich irgendwie nix getan. Die wenigen Menschen, die früher bewusst gelebt haben, leben jetzt halt noch bewusster. Und wie bei der ganzen Veganerwelle sind auch ein paar auf den Anti-Plastik-Zug aufgesprungen.

Was ich mir wünschen würde, wäre aber viel mehr, dass nicht einige wenige Extremisten ihr Leben komplett einschränken und alles hassen, was nicht komplett recyclebar und kompostierbar ist. Sondern, dass alle Menschen ein bisschen bewusster konsumieren. Deshalb habe ich mir mal die Mühe gemacht, habe das aufgeschrieben. Weil ich zeigen wollte: ES IST EINFACHER, ALS DU DENKST – WIRKLICH.

Das möchte ich nach wie vor zeigen. Ich hoffe, ich finde die Zeit. Und ich lese eure Fragen. Ich versuche auch, zu antworten. Also fragt, wenn ihr wollt. Beteiligt euch. Teilt Videos. Es gibt so viel über das Thema. Und vor allem: Informiert euch richtig. Denn nur mit sinnvollen Informationen kann man andere Leute auch ein bisschen mitreißen. Nur “Das ist doof und schlecht für die Umwelt” klingt nach wahllosem Querulantentum. Das ist aber genau die Ecke, in die das nicht gehört, und wo das auch nicht steht.

Plastikverzicht und Plastikreduktion sind eben bewusstere Lebenseinstellungen als “Geradeaus konsumieren”. Mag nicht immer die Lösung sein, mag manchmal sogar weniger nachhaltig sein, weil dumm angestellt. It happens to the best of us… Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, den man zusammen weiter gehen sollte. Über den man diskutieren muss. Das ist kreativ, nachdenklich, grundsätzlich die Überlegung wert. Das ist etwas, worüber heute nicht nur viel mehr geredet werden muss. Es muss auch mal gemacht werden. Gemacht, vorgezeigt, vorgelebt, erklärt, geteilt, mit anderen zusammen geärgert, verbessert, erlebt. Umweltbewusstsein ist nicht ein Like oder ein Video. Es ist Alltag. Sonst kann man sich das alles sparen.

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