Mein lieber Herr!

Freut mich, dass Sie’s gelesen haben. Ich weiß jetzt auch nicht, was ich dazu sagen soll. War schon komisch, wie Sie heute einfach nichts mehr gesagt haben statt wie sonst, naja… Ich glaube Ihnen schon, dass Sie es gut gemeint haben. Ich glaube aber auch nicht, dass Sie jetzt deswegen schlaflose Nächte haben werden. Trotzdem hat’s mich schon ein bisschen gefreut, als ich es gemerkt habe. Wie haben Sie den Artikel bloß gefunden? Haben Sie zu viel Freizeit oder so? Egal. Ich möchte Ihren Job auch nicht. Ich glaube, ich könnte das schon besser machen als Sie (also inhaltlich nicht, ist klar, wär aber auch ein absurder Vergleich), aber ich möchte nicht, wär mir zu anstrengend. Sie sollten übrigens aufhören, sich öffentlich über die Defizite aus vergangenen Zeiten auszulassen. Ich habe das gehört, und nicht nur ich, und es kommt nicht gut an. Sowas macht man nicht. Sie waren auch mal jung und unwissend. Dann geben Sie sich gefälligst mehr Mühe und ändern was. Für’s nächste Mal oder so. Aber hinterher rumjammern, während Ihre Kollegen alle weiter den gleichen Mist machen ist ja wohl ziemlich witzlos. Wie dem auch sei, ich finde es ja wirklich schön, dass Sie tatsächlich die Zeit gefunden haben, meine Meinung zu lesen. Entschuldigen Sie die vielen Rechtschreibfehler, ich schreibe immer einfach so drauf los, wie’s mir in den Sinn kommt. Ich hoffe, Sie haben ein nettes Wochenende ohne zu viel Arbeit. Ist nicht gut, am Wochenende zu arbeiten. Lesen Sie mal einen Roman oder so.

Übrigens finde ich lachsfarben absolut widerlich. Haben Sie das eigentlich ernst gemeint mit dem »Das ist hier einfach so.«? Oder finden Sie die Farbe insgeheim auch scheiße und wollten sich bloß nicht vor mir ärgern? Wenn Sie mir sagen wollen, dass Sie die Farbe genauso hassen wie ich, dann lassen Sie doch bitte nächstes Mal ganz unauffällig einen Stift fallen. Ich werde Ihnen dann genauso unauffällig zulächeln. Bleibt natürlich unter uns.